3.000 Jahre altes Gebäck ausgegraben. In Stillfried, das in der Bronzezeit Standort eines Getreide-Lagers war, fanden Archäologen prähistorische Backwaren: Die 14 ringförmigen Gebäckstücke haben jeweils einen Durchmesser von etwa drei Zentimetern und wurden um 1000 bis 900 vor Christus hergestellt.

Von Nina Wieneritsch. Erstellt am 06. Juni 2019 (10:44)
Heiss et al.

Sie wurden aus einem Teig aus Weizen sowie Gerste gefertigt und entweder bei niedriger Temperatur gebacken oder an der Luft getrocknet. Das berichtete laut Standard die Forschergruppe rund um Andreas Heiss vom Österreichischen Archäologischen Institut im Fachblatt „Plos One".

Der Herstellungsprozess der Backwaren unterscheide sich von dem anderer Lebensmittel, die man gefunden habe, weil er vergleichsweise aufwendig sei. Die Archäologen mutmaßen deshalb, dass die Gebäckringe nicht als Lebensmittel gedacht waren. Wofür sonst, ist noch nicht erforscht. Möglicherweise könnten sie eine Rolle in rituellen Zeremonien gespielt haben, so die Forscher. Interessant ist, dass in unmittelbarer Nähe ähnlich geformte Ringe aus Ton gefunden wurden.

Stillfried ist aufgrund seiner 30.000-jährigen durchgehenden Besiedlung für Forscher äußerst interessant. Deshalb werden hier seit rund 130 Jahren Ausgrabungen durchgeführt. Das örtliche Zentrum der Urzeit widmet sich dieser Geschichte.