Das Virus hält Groß-Enzersdorf in Atem. Am Montag der Vorwoche wurde ein Corona-Fall in Groß-Enzersdorf bekannt. Seitens der Gemeindeführung war man bestens vorbereitet, das Krisenmanagement läuft wie geplant.

Von Ulla Kremsmayer. Erstellt am 23. März 2020 (15:53)

SP-Bürgermeisterin Monika Obereigner-Sivec war schon am ersten Tag des Shutdowns, also am Montag der Vorwoche benachrichtigt worden: Es gibt eine positiv getestete Person in Groß-Enzersdorf. Diese sei in Quarantäne, ebenso wie deren Kontaktpersonen. „Es hat sich damit für die Gemeinde nicht viel geändert“, sagt sie.

Das Krisenmanagement war bereits eingerichtet, alle Vorkehrungen getroffen. „Vielleicht sind die Bürger aber noch ein bisserl aufmerksamer geworden. Es funktioniert wirklich gut bei uns.“  Der Obmann des Zivilschutzverbandes, Gerhard Baumann, macht abwechselnd mit Robert Nepp, beide sind Ortsvorsteher, Dienst am Service-Telefon. Da können alle anrufen, die Hilfe benötigen, beim Einkauf von Lebensmittel und Medikamenten oder bei sonstigen Fragen. Und es können sich auch freiwillige Helfer melden, die die Einkaufsfahrten übernehmen wollen. Rund zehn Anfragen gibt es durchschnittlich pro Tag, und noch mehr Helfer.

In den Geschäften verhalten sich die Groß-Enzersorfer diszipliniert. Beim Bäcker dürfen maximal vier Personen eintreten, jeweils mit Sicherheitsabstand. Ebenso funktionierte der Samstagmarkt, mit Sicherheitsgattern und wenigen, sehr disziplinierten Kundschaften. Die Straßen sind leer, hie und da ein 26A, dann eine Polizeistreife, vor der Bank-Austria ein Sicherheitsmann. Zwischendurch die Lieferwägen der hiesigen Gatronomieszene: Othmar Müller, der Bäcker, macht Mittagsmenüs, auch die Pizzerien liefern Pizzen. In Mühlleiten hält der Gasthof Abraham die Bürger mit Mittagsmenüs bei Laune, Surschnitzerl bis Zander stehen auf der Speisekarte, dazu steht eine Steige gekühlten Bieres vor der Tür, zur Selbstentnahme. Auch die Lastenräder des Ö-Greisslers prägen das Stadtbild, am warmen Wochenende gab es besonders viele Eis-Bestellungen.

Die Sonntagsmesse hielt Pfarrer Arkadiusz Borowski via Facebook, er wird sich auch in den Telefondienst des Krisenstabes einklinken und fernmündlich Seelsorge anbieten. Die Feuerwehr sang - ebenso via facebook - „I am from Austria“, steht aber - eingeteilt in kleine Einsatztruppen - noch in der Reserve. Es passiere fast nichts „und es wird einfach vieles selbst gemacht, wofür man vorher die Feuerwehr gerufen hat“, berichtet FF-Kommandant Christian Lamminger.

Letztlich scheint es auch vor den Arztpraxen, vor denen sich in der Vorwoche noch lange Schlangen bildeten, ruhiger, die vielen kleinen Wehwehchen werden jetzt wohl selbst kuriert. Am Hauptplatzl, der kleinen Imbiss-Stube im Zentrum, die geschlossen haben muss, hängt eine Tasche mit selbst genähten, waschbaren Schutzmasken – zur freien Entnahme. Die Geschäftsinhaberin Olga Strnad will etwas zur Sicherheit beitragen: „Ich hab ja sonst nichts zu tun.“