Dreck muss weg: Mist sorgt für Aufregung. Überfüllte Mülltonnen bei der Aussichtsplattform in den Donau-Auen erregen die Gemüter. Nationalpark ist bemüht, Lösung zu finden, appelliert aber an Vernunft.

Von Stefan Havranek. Erstellt am 06. Juli 2017 (02:30)
Die Mülltonne bei der Aussichtsplattform wird alle zwei Wochen geleert, trotzdem stapelt sich Mist.
Havranek, Havranek

Im Nationalpark gibt es ein Müllproblem: Immer wieder beschweren sich Ausflügler und Spaziergänger über die überquellenden Mülltonnen, konkret bei der Aussichtsplattform am Stopfenreuther Donau-Ufer.

Im Nationalpark ist das Problem bekannt, wie Matthias Kuhn berichtet: „Das ist eine längere Geschichte. Voriges Jahr hatten wir dort noch keine Mülltonnen aufgestellt. Die Folge war, dass Camper, Radfahrer und Besucher ihren Unrat einfach liegen ließen und wir diesen dann aufsammeln mussten. Daraufhin haben wir heuer eine Mülltonne aufgestellt, mit dem Resultat, dass diese nun überquillt und die Menschen den Mist erst recht auf den Boden werfen.“ Er glaubt, dass die Menge seither noch mehr geworden ist.

„Wir haben jetzt eine zweite Mülltonne bestellt, aber wird das genug sein?“, fragt sich Kuhn: „Sie werden alle zwei Wochen, also doppelt so oft wie herkömmliche Behälter, geleert, aber der Mist wird scheinbar immer mehr.“ Nächster Schritt war, dass eine Mitarbeiterin losgeschickt wurde, um den Müll, der nicht mehr in die Tonne passte, aufzusammeln und in Säcken neben die Tonne zu stellen. Irgendwann seien auch die finanziellen Grenzen erreicht, eine Tonne koste immerhin 500 Euro pro Saison.

Ein Problem sei auch, dass sich der Platz um die Aussichtsplattform, der als spontane Übernachtungsmöglichkeit für Camper, Radler oder Ausflügler gedacht war, mehr und mehr zur „Party-Szene“ entwickle.

Für nächstes Jahr werde nun nach einer Lösung gesucht, für heuer appelliert Kuhn an die Nationalpark-Besucher: „Das ist ein Naturschutzgebiet, wenn in den Mülltonnen kein Platz mehr ist, bitte den Müll nicht einfach auf den Boden werfen, sondern mitnehmen und sachgerecht entsorgen.“