Passanten retteten Mann aus brennendem Wohnhaus. Drei Passanten retteten den Bewohner eines brennenden Einfamilienhauses. Er wurde ins Spital gebracht. Drei Feuerwehren mit 35 Einsatzkräften bekämpften das Feuer.

Von Robert Knotz. Update am 29. November 2019 (16:26)

Dramatische Szenen spielten sich am frühen Morgen des Donnerstags in der Sillerstraße ab: Gegen 5.30 Uhr bemerkte der 45-jährige Gerhard Scharf, der gerade mit seinem Fahrrad auf dem Weg in die Arbeit war, dass zwei Passanten am Straßenrand standen und auf ein Haus starrten.

Gerhard Scharf
privat

„Als ich anhielt, sagte mir einer der beiden, dass er glaubte einen Brandmelder zu hören. Ich näherte mich dem Haus und sah schon die Flammen in der Küche, die bereits lichterloh brannte”, erzählt Scharf im NÖN-Gepräch.

Da nicht klar gewesen sei, ob sich Personen im Anwesen aufhielten, versuchte er durch die Eingangstür ins Haus zu gelangen. Diese war jedoch versperrt. Die Terrassentür war zum Glück nicht verriegelt. Scharf rief in das Haus hinein und bekam erst nach einer Weile Antwort. „Der Mann wirkte komplett verwirrt auf mich. Er hatte überhaupt nicht registriert, dass es brannte und reagierte auch nicht auf meine Aufforderung, auf die Terrasse zu kommen“, erinnert sich Scharf. Da es komplett dunkel gewesen ist und der 45-Jährige durch den dichten Rauch kaum etwas sehen konnte, sei er auf allen Vieren mit seiner Handylampe in das Haus gekrochen. „Ich mussten den Mann noch umdrehen, um ihn unter den Achseln packen und aus dem Haus ziehen zu können”, beschreibt der mutige Retter die Situation.

Die beiden anderen Passanten halfen Scharf schließlich, den Mann aus dem Haus zu ziehen. Sie brachten den ihn vorerst in einem benachbarten Haus unter. „Kurz bevor die Feuerwehr eintraf, kam es plötzlich zu einer Verpuffung. Eine Stichflamme schoss durchs Haus. Nicht auszudenken, wenn wir den Mann nicht vorher gerettet hätten”, berichtet Scharf weiter.

Der Hausbewohner wurde schließlich von der Rettung ins Spital gebracht. Auch Scharf fuhr aus eigenen Stücken ins nächste Krankenhaus, um eine Rauchgasvergiftung auszuschließen.

Atemschutztrupp bekämpfte Brand im Haus

Da die Flammen mittlerweile von der Küche auf andere Räume übergegriffen hatten, ließ der Einsatzleiter die Feuerwehr Deutsch-Wagram nachalarmieren. Die Mannschaft bekämpfte den Brand im Haus mit einem Atemschutztrupp. Parallel dazu leitete die Feuerwehr, um ein Übergreifen der Flammen auf das Dach zu verhindern, einen Außenangriff ein und richtete einen Atemschutzsammelplatz ein. Nach der erfolgreichen Brandbekämpfung untersuchten die Silberhelme die Räume mittels Wärmebildkamera auf Glutnester und machten das Gebäude mithilfe eines Überdruckbelüfters rauchfrei. Für die Dauer des Einsatzes war die Sillerstraße für den Individualverkehr gesperrt.

Im Einsatz waren die Feuerwehren Strasshof, Gänserndorf und Deutsch-Wagram mit sieben Fahrzeugen und etwa 35 Einsatzkräften sowie die Polizei und das Rote Kreuz. Eine Brandursache wurde vorerst nicht bekanntgegeben.