Angst: Wildschweine wüten in Wohngebiet

Wildschweine aus Bockfließer Wald verwüsten Wohngebiet in Strasshof. Ortschef Ludwig Deltl: „Problem ist, dass die Tiere von Menschen Nahrung bekommen.“

Erstellt am 20. Oktober 2021 | 05:27
Wildschweine
So wie hier in der Strasshofer Girardi-Gasse sieht es in der gesamten Umgebung aus.
Foto: Robert Knotz

Das Ehepaar Elfriede und Eugen Stockinger ist verzweifelt. Seit längerer Zeit sollen Wildschweine im gesamten Grätzel wüten und Verwüstungen anrichten. Die Tiere sollen aus dem angrenzenden Bockfließer Wald, der zur Gemeinde Bockfließ (Bezirk Mistelbach) gehört und sich in Privatbesitz befindet, kommen.

„Wir trauen uns in der Dämmerung und am Abend kaum noch aus unseren Häusern. In unserer Nachbarschaft wohnen Familien mit kleinen Kindern. Die Angst ist groß, dass sich ein Wildschwein bedroht fühlt und Menschen angreift“, so Elfriede Stockinger im NÖN-Telefonat.

„Ich habe bereits im Vorjahr die Forst- und Jagdbehörde der Bezirkshauptmannschaft Gänserndorf um Unterstützung in dieser Angelegenheit ersucht“, teilt SPÖ-Bürgermeister Ludwig Deltl dazu mit. Vor einigen Tagen habe er nochmals um Hilfe – auch bei der BH Mistelbach – gebeten.

Küchenabfälle locken Tiere an

„Das Hauptproblem liegt an der Fütterung der Tiere durch Anrainer. Es wurde schon mehrmals beobachtet, dass Menschen die Wildschweine mit Küchenabfällen, altem Brot und Gebäck füttern. Die Tiere brauchen dann keine Nahrung suchen, sondern bekommen sie direkt vor die Nase“, so Deltl weiter. Da diese Fütterungen direkt am Waldrand erfolgen, würden die Wildschweine dann ins bewohnte Gebiet kommen.

Im Wald auf der anderen Seite von Strasshof würden sich auch Wildschweine befinden, die aber kaum in den Bereich der Häuser kommen, da die Bewohner dort die Tiere nicht füttern. Deltl appelliert an die Bevölkerung: „Bitte keine Wildtiere füttern. Im Frühjahr, Sommer und im Herbst gibt es genug Nahrung, im Winter sorgen die Jäger für Wildfutter.“

Bockfließer Bürgermeister: „Zuständig ist Strasshof“

ÖVP-Bürgermeister Josef Summer aus Bockfließ weist daraufhin, dass sich der Wald in Privatbesitz befindet und zitiert in einem E-Mail das „Jagdrecht des Grundeigentümers“. Summer weiter: „Ein Wildschwein befindet sich immer in der Zuständigkeit jenes Jagdgebietes, in dem es sich aufhält – das heißt, im genannten Fall im Gebiet von Strasshof, somit fällt es auch in die Zuständigkeit der Jagdgesellschaft von Strasshof.“

Summer weist den Vorwurf, vonseiten seiner Gemeinde werde nichts unternommen, zurück. Er habe alle diesbezüglichen Benachrichtigungen und Hinweise an den Grundeigentümer weitergeleitet und von ihm die Auskunft erhalten, dass das Problem an der Fütterung der Tiere liege.