Aus Schule wird jetzt Wohnhaus. Der Verkauf an eine gemeinnützige Bauvereinigung wurde bei der Tagung in Strasshof in der Vorwoche beschlossen.

Von Robert Knotz. Erstellt am 01. April 2021 (04:17)
Diesmal fand die Gemeinderatssitzung im Turnsaal der Europa-Mittelschule statt. Man wähnte sich beinahe im Nationalratssitzungssaal.
Knotz, Knotz

Ganze 19 Punkte standen auf der Tagesordnung der jüngsten Gemeinderatssitzung, die am Dienstag im Turnsaal der Europa-Mittelschule (EMS) über die Bühne ging. „Ein Ambiente wie im Parlament“, merkte SPÖ-Bürgermeister Ludwig Deltl an und spielte dabei auf die holzgetäfelten Wände des Saales an.

Unter den vielen Punkten, über die es zu beraten galt, war auch der Tagesordnungspunkt „Alte Volksschule – Vergabe Wohnbaugenossenschaft“. Dabei ging es um den Verkauf des ehemaligen Gebäudes der Schule, die ja bekannterweise im Herbst des Vorjahres in den neu errichteten Schulcampus umzog. Im Dezember 2020 wurde im Ortsparlament bereits der Grundsatzbeschluss gefasst, die Schule zu veräußern (die NÖN berichtete). Es sollen leistbare Genossenschaftswohnungen für junge Menschen und auch Senioren gebaut werden.

Denkmalgeschützte Fassade bleibt erhalten

Die denkmalgeschützte Fassade des Gebäudes aus den 1920er-Jahren bleibt natürlich erhalten. Am Dienstag wurde es ernst: Mit den Stimmen der SPÖ, ÖVP, FPÖ und Grünen wurde der Verkauf an die Wohnbaugenossenschaft Arthur Krupp beschlossen. Die Bürgerliste stimmte dagegen. Die Gesellschaft ist eine gemeinnützige Bauvereinigung, die zur Unternehmensgruppe „Wien Süd“ gehört. „Ich stelle den Antrag, dass dieser Beschluss keinesfalls gefasst wird, weil – erstens – ein im Jahr 2020 gefasster Beschluss und die Widmung dagegen spricht, zweitens, weil die Bausperre verlängert wurde, und drittens, weil auf dem Areal Freiflächen-Reserven, die unbedingt notwendig sind, geplant werden sollen“, stellte Bürgerlisten-Chef Paul Ebhart einen mit seinem Antrag vom Dezember 2020 nahezu identen Gegenantrag.

Dieser wurde allerdings mit den Stimmen der anderen Fraktionen abgelehnt. Die Bürgerliste will den Platz für einen Polizeiposten, einen Kindergarten, einen Parkplatz, ein Gesundheitszentrum oder eine Tagesheimstätte für Senioren bzw. für die Erweiterung des Gemeindeamtes reservieren.

Der im Bereich der alten Volksschule angesiedelte Hort soll in einen Kindergarten umgebaut werden. Dafür wurde am Dienstag die Auftragsvergabe für Teilgeneral-Unternehmerleisterungen, Sanitär- und Heizungsinstallationen, Elektroinstallationen, Möblierung und gärtnerische Gestaltung, beschlossen.

Für den Neubau des Kinderhauses – einer Betreuungsstätte für Kleinkinder – in der Josef-Drapella-Straße, neben dem Kindergarten, wurde ein Baubeirat nominiert. Erwähnenswert ist auch der Beschluss über Ermäßigungen bzw. Nachlässe von Gebühren für Kindergärten, Regionalmusikschule, Volkshochschule, Nachmittagsbetreuung und Bücherei aufgrund der Coronakrise und der damit verbundenen Lockdowns.