Debatte rund ums Parken beim Schulcampus. Die FPÖ in Strasshof kritisiert: „Die Eltern finden kaum freie Plätze.“ SP-Ortschef Deltl kontert: „Es sind genug da.“

Von Robert Knotz. Erstellt am 14. Oktober 2020 (04:42)
Die VP-Gemeinderäte Michael Machek, Achim Wörner, Andreas Gruber, Thomas Litzenberger und Franz Schaller äußern Lob für den Campus.
ÖVP

Tadel von der FPÖ und Lob von der ÖVP gab es für den neuen Schulcampus: In der jüngsten Gemeinderatssitzung kritisierten die Blauen die Parkplatzsituation auf dem Areal. „Diese hat sich speziell am Schulanfang als eklatant und gefährlich für unsere Kleinen herausstellt. Auch jetzt, einige Wochen nach Schulbeginn, scheint sich die Situation kaum zu entspannen“, moniert FP-Gemeinderätin Brigitte Slama.

Massenhaft würden Eltern mit ihren Autos zum Schulcampus strömen und dadurch gerade für Fußgänger – darunter auch jüngere Schüler – eine unübersichtliche Situation entstehen. Die tägliche Präsenz der Polizei würde wenig Wirkung zeigen, da es in der Zufahrt zur Schule keine Fahrverbote gebe.

FP-Gemeinderätin Brigitte Slama ärgert sich über die Verkehrssituation beim Campus.
privat

Slama weiter: „Die Eltern stellen meistens ihren Wagen an den angrenzenden Parkplatz des Einkaufszentrums und den unmittelbaren Grünflächen ab, was natürlich bequem ist, aber auch teuer werden kann, weil die Möglichkeit einer Besitzstörungsklage besteht.“ Auch das blockweise Entlassen der Schüler am Nachmittag habe kaum Auswirkung auf die Verkehrssituation, da viele Eltern bereits einige Zeit vor Schulschluss auf ihre Sprösslinge warten würden.

„Viele der Eltern sehen sich gezwungen, ihre Kinder persönlich mit dem Auto, in die Schule zu bringen, da sie das Angebot der Frühbetreuung nutzen oder aber Angst vor Ansteckung mit dem Coronavirus haben. Dafür haben wir Verständnis, doch es darf die Verkehrssicherheit nicht darunter leiden“, ergänzt FP-Gemeinderätin Sabine Kienberger.

In erster Linie sei es wichtig, dass die Kinder sicher in der Schule ankommen. Durch eine geregelte Parksituation, einen durchgehend gekennzeichneten Fuß- und Radweg und eine gut sichtbare Beschilderung sei dies besser zu erreichen.

„Wir hoffen, dass Bürgermeister Deltl bald einlenkt und die prekäre Situation am neuen Schulcampus entschärft, denn sehr viele Eltern haben sich bereits negativ dazu geäußert“, schließt Slama.

Für SP-Bürgermeister Ludwig Deltl ist die Kritik nicht nachvollziehbar.
privat

Ortschef Deltl kann die Kritik nicht nachvollziehen: „Erstens gibt es eine Schulwegsicherung der Polizei. Zweitens haben wir sehr wohl ein Fahrverbot bei der Zufahrt zum Buscampus.“ Deltl gibt sogleich einen Tipp an Eltern, die ihre Kinder in die Schule bringen bzw. von dort abholen wollen: „Väter und Mütter, die ihre Kinder zur Schule bringen, können diese beim Kreisverkehr links in Richtung der Europa-Mittelschule (EMS, Anm.) bei der alten Bushaltestelle aussteigen lassen.“ Von dort aus könnten die Kids, ohne eine Straße überqueren zu müssen, jede der drei Schulen erreichen. „Eltern, die ihre Kinder abholen, finden im Bereich der EMS, in der Schönkirchner Straße sowie in der Zufahrt zum Gutshof genug Möglichkeiten, um dort kurz stehen zu bleiben. Ich habe dort mehrmals in der Mittagszeit 15 bis 20 freie Plätze gezählt“, schließt der Bürgermeister.

Lob für den Campus gab es von der ÖVP: „Dass bei diesem großen Projekt trotz Corona die Bauzeit eingehalten wurde, zeigt von einer perfekten Planung und Ausführung“, so der geschäftsführende Gemeinderat Achim Wörner.

Die budgetierten Baukosten seien nicht nur eingehalten, sondern um 200.000 Euro unterschritten worden. Für die ÖVP Strasshof seien die Vorteile der Standort-Zusammenlegung nicht von der Hand zu weisen.

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