Forderung: „Ort muss Stadt werden“. Bürgerliste fürchtet, dass Strasshof zwischen Gänserndorf und Deutsch-Wagram zerrieben wird. Bemerkbar mache sich das in der Anbindung an den öffentlichen Verkehr.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 22. September 2019 (04:40)
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„Ist Strasshof für die Katz’?“, fragen die Gemeindepolitiker Paul und Silvia Ebhart die ÖBB.

„Die Marktgemeinde muss schleunigst eine Stadterhebung anstreben“, fordert die Strasshofer Bürgerliste um ihren Chef Paul Ebhart. Gründe dafür seien der stetige Bevölkerungszuwachs (derzeit rund 11.000) sowie der Umstand, dass Strasshof zwischen den beiden Städten Deutsch-Wagram (rund 9.000 Einwohner) und Gänserndorf (rund 12.000 Einwohner) liege. „Da werden wir zerrieben“, fürchtet er.

Besonders deutlich sei das am Fehlen eines zusätzlichen praktischen Kassenarztes und an der Anbindung an den öffentlichen Verkehr erkennbar. Kaum ein Regionalzug halte in Strasshof, in Deutsch-Wagram jedoch jeder. Für die Pendler entstehe dadurch eine nicht länger hinnehmbare Benachteiligung.

"Dringlichkeit sei absolut gegeben"

„Aufgrund der Tatsache, dass die S1 seit geraumer Zeit nur noch bis Meidling und nicht mehr bis Mödling fährt, ist es ohne große Zeitverluste nicht mehr möglich, in die Bereiche südlich von Wien zu gelangen“, fährt Ebhart fort. Vor etwa 15 Jahren sei ein Antrag auf Stadterhebung abgelehnt worden, mittlerweile habe sich aber viel geändert und die Dringlichkeit sei absolut gegeben.

Was sagt ÖBB-Sprecher Karl Leitner zur Kritik an der Anzahl der Halte in Strasshof? „In der Hauptverkehrszeit zwischen sechs und acht Uhr werden zusätzlich zwei beschleunigte R-Züge pro Stunde in zeitnaher Lage der R-Züge in Richtung Wien angeboten. In der Nachmittagshauptverkehrszeit zwischen 16 und 19 Uhr hält zusätzlich stündlich einer in Strasshof.“

Bezugnehmend auf die Anzahl der Pendler sei anzumerken, dass in der Marktgemeinde Strasshof ca. 1.250 Personen pro Tag in die Züge einsteigen, in Deutsch-Wagram jedoch rund 2.200 Personen, also deutlich mehr. Darin begründet sich laut dem ÖBB-Sprecher auch die derzeitige Bedienung der beiden Haltestellen.