Rost nagt am Denkmal. Grünen-Gemeinderat Gerhard Haitzer kritisiert den Zustand der Lokomotive an der B8. SP-Bürgermeister Ludwig Deltl schließt eine Sanierung heuer definitiv aus.

Von Robert Knotz. Erstellt am 19. Mai 2018 (04:26)
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Am Strasshofer Wahrzeichen nagt der Zahn der Zeit.
Grünen

„Das Strasshofer Wahrzeichen, die Lokomotive, ist bereits derart vom Rost zerfressen, dass man durch die Löcher schauen kann. Damit ist sie aber kein schöner Anblick mehr. Der Zahn der Zeit nagt am Metall des Denkmals“, ärgert sich Grünen-Gemeinderat Gerhard Haitzer über den Zustand des Wahrzeichens.

Die Lok der Reihe 52 sei in den 90er-Jahren, damals noch unter SP-Bürgermeister Rolf Neidhart, einer „Kur“ unterzogen worden. Sie wurde sandgestrahlt, ausgebessert und mit neuer Farbe überzogen. Laut Haitzer beliefen sich die Kosten damals auf 400.000 Schilling. Seitdem sei aber nichts mehr geschehen.

"Von ,rostzerfressen‘ kann keine Rede sein"

„Ich habe nie verstanden, warum sich eine Gemeinde ein derart kostspieliges Wahrzeichen leistet. Noch dazu, wo diese Lokomotiven mit einem sehr schlechten Ruf behaftet sind. Die Fahrzeuge dieser Reihe wurden von den Nazis nicht nur als Arbeitsgeräte eingesetzt, sondern waren gerade in Strasshof maßgeblich an der Deportation von Gefangenen aus den Sammellagern in die Konzentrationslager in Verwendung“, so der Grüne abschließend.

SP-Bürgermeister Ludwig Deltl kontert: „Von ,rostzerfressen‘ kann keine Rede sein. Sicher gibt es einige Stellen, die auszubessern wären. Dies wird zu gegebener Zeit passieren – aber nicht heuer. Das sollte Herr Haitzer eigentlich wissen, er hat ja das Budget mitbeschlossen und die Sanierung ist nicht darin enthalten.“ Der Ortschef weiter: „Ohne die Bahn gäbe es kein Strasshof. Die Gemeinde ist erst durch die Eisenbahn entstanden, deshalb beschloss das Ortsparlament im Jahr 1978, diese Lok als Denkmal aufzustellen.“ Das Relikt sei im Jahr 1944 in Floridsdorf gebaut worden und würde auch als Mahnmal dienen. „Haitzer ist seit über 20 Jahren im Gemeinderat und erst jetzt stellt er diesen damaligen Beschluss infrage?“, schließt Deltl.