Tauziehen um Diagnose: Hund tatsächlich vergiftet?. Tierärztin Beatrix Grund bezweifelt, dass der Befund ihrer Kollegin richtig war. Veterinärmedizinerin Renate Brezovsky weist Vorwurf zurück.

Von Robert Knotz. Erstellt am 31. August 2017 (05:45)
Knotz
Dem 13-jährigen English-Setter Kort geht es nun wieder gut.

Die Diagnose um den angeblich vergifteten Hund Kort (die NÖN berichtete) wird von Veterinärin Beatrix Grund (Tierklinik Groß-Enzersdorf) in Zweifel gezogen. Sie kritisiert den Befund ihrer Kollegin Renate Brezovsky aus Untersiebenbrunn.

„Eine Vergiftung mit Rattengift lässt sich – außer durch eine chemische Untersuchung des Mageninhaltes – ausschließlich durch die Bestimmung der Gerinnungszeiten diagnostizieren.“ Und weiter: „Ich stelle allerdings sehr infrage, ob diese Untersuchung tatsächlich durchgeführt wurde, zumal die genannte Kollegin immer wieder Vergiftungen diagnostiziert und damit – nach Rücksprache mit anderen Tierärzten im Raum Gänserndorf – eine absolute Alleinstellung innehat“, so Grund. Sie vermutet einen Magen-Darm-Infekt als Ursache der Blutungen im Stuhl und Erbrochenen des Hundes. Bei Kort, dem English-Setter des Trafikanten Gerhard Seehuber, traten derartige Blutungen auf. Laut dem Besitzer diagnostizierte Brezovsky eine mögliche Aufnahme von Rattengift.

"Es besteht kein Risiko und keine Nebenwirkungen"

„Wenn es dem Hund zwei Stunden vorher noch gut geht und er dann plötzlich reines Blut erbricht und auch solches aus dem After kommt, halte ich einen Magen-Darm-Infekt für unwahrscheinlich. Ich habe den Hund mit Vitamin K1 behandelt, das wirkt sehr gut gegen mögliche Vergiftungen. Es besteht kein Risiko und auch keine Nebenwirkungen“, kontert Brezovsky.

Der Beweis für die Richtigkeit ihrer Diagnose sei, dass es dem Hund bereits am nächsten Tag wieder besser ging. „Selbstverständlich kann man das Gift nur einwandfrei durch eine Untersuchung des Erbrochenen nachweisen, oder auch in einem pathologischen Befund. Da lebt das Tier allerdings nicht mehr“, so die Tierärztin weiter.

Ein Ansteigen der Häufigkeit von Vergiftungen könnte ihrer Meinung nach mit einem Zunehmen der Mäuseplage zu tun haben. „Das Gift ist in jedem Supermarkt zu kaufen und wird auch entsprechend verwendet“, schließt die Veterinärin, die sich sehr erfreut zeigt, dass es dem Setter wieder gut geht.