Zweite Apotheke: Warten dauert VP zu lange. Die Türkisen in Strasshof wiederholen Forderung. Kammer nimmt Bezirkshauptmannschaft in die Pflicht.

Von Robert Knotz. Erstellt am 10. Dezember 2020 (04:10)
Eine Apotheke sei für eine Gemeinde mit rund 10.000 Einwohnern eindeutig zu wenig, meint die Strasshofer ÖVP.
Knotz

„Bereits Anfang Mai haben wir auf die dringende Notwendigkeit einer zweiten Apotheke in Strasshof hingewiesen (die NÖN berichtete, Anm.) Nach wie vor heißt es ,Bitte warten‘“, so VP-Gemeinderat Achim Wörner. „Worauf?“, fragt sich der ÖVP-Vorsitzende zum wiederholten Mal. Eine Apotheke für eine Gemeinde mit über 10.000 Einwohnern sei eindeutig zu wenig.

In Nachbarorten mit ähnlich hohen Einwohnerzahlen gibt es jeweils zwei bzw. ist in Gänserndorf bereits eine dritte geplant. Wörner weiter: „Seit Jahren liegt das Ansuchen mit allen erforderlichen Unterlagen bei den zuständigen Behörden und seit Jahren passiert nichts. Es wird Zeit, dass sich schleunigst etwas ändert.“

VP-Gemeinderat Achim Wörner: „Seit Jahren liegt das Ansuchen bei den Behörden.“
ÖVP Strasshof

Die Strasshofer würden dringend eine zweite Apotheke brauchen. „Wir fordern die zuständigen Behörden nochmals auf, hier endlich zum Wohle der Strasshofer Bevölkerung zu handeln!“, so Wörner abschließend. Vonseiten der Apothekerkammer hielt man sich auch diesmal bedeckt. „Das angesprochene Verfahren ist nach wie vor im Laufen. Die Apothekerkammer hat hier lediglich Gutachterstellung und ist nicht entscheidende Instanz. Wir ersuchen daher, sich an die zuständige Bezirkshauptmannschaft zu wenden“, so Wolfgang Müller von der Apothekerkammer. Was sagt nun die BH dazu?

Bezirkshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Merkatz informiert: „Um eine Apotheke in eine Gemeinde zu bekommen, bedarf es zuerst einmal eines Antragstellers, also eines Apothekers, der Interesse zeigt. Der Antrag wird dann über uns eingebracht und von der BH Korneuburg (für Gesundheitsthemen in den Bezirkshauptmannschaften zuständig, Anm.) bearbeitet.“

Die BH Korneuburg leitete die NÖN-Anfrage wieder nach Gänserndorf, weil man den Kollegen dort nicht vorgreifen wollte. Bezirkshauptmann Martin Steinhauser bestätigte, dass ein Verfahren anhängig sei: „Derzeit habe man noch Parteiengehör, wir sind aber in der Zielgeraden.“ Gegen den Vorwurf der Verschleppung verwehrt er sich allerdings. „Grund für die lange Dauer der Erledigung sind meistens Einsprüche – oft von der Konkurrenz. Diese müssen alle bearbeitet werden. Über das laufende Verfahren darf ich leider keine Auskunft geben“, schließt Steinhauser.

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