Polit-Match um Sportplatz in Obersiebenbrunn. Oppositionsparteien wollen Trainingsareal des SC Obersiebenbrunn an die Pfarre abtreten, SPÖ-Bürgermeister will das verhindern. Ein Beirat soll jetzt über Zukunft entscheiden.

Von Stefan Havranek und David Aichinger. Erstellt am 21. April 2021 (05:12)
Der Trainingsplatz des SC Obersiebenbrunn ist aktuell Gegenstand von Diskussionen.
Smax, Smax

Die Gemeinde ist in Aufruhr: Offenbar steht die Idee im Raum, den Trainingsplatz des SC Obersiebenbrunn zu veräußern. Der Sportverein wandte sich via Facebook an die Öffentlichkeit und sucht nun Unterstützer: „Seit Montag können sich alle in Obersiebenbrunn Wahlberechtigten in eine Unterschriftenliste eintragen und sich gegen dieses Vorhaben wehren.“

Dringlichkeitsantrag von LOS und GO7

Was war geschehen? „Es gab im Gemeinderat einen Dringlichkeitsantrag der Oppositionsparteien LOS und GO7 zu dem Thema“, berichtet SPÖ-Bürgermeister Herbert Porsch. Der Antrag wurde in die Tagesordnung aufgenommen und diskutiert. Das Ergebnis war, einen Beirat zu gründen, der über das weitere Vorgehen beraten soll. Darin sitzen jeweils zwei Vertreter jeder Gemeinderatspartei.

Porsch versichert, dass die „verbliebene“ Koalition aus den sieben SPÖ- und den zwei ÖVP-Mandataren gegen die Veräußerung des Trainingsplatzes ist. Das Problem ist aber, dass die Koalition nach der Entscheidung des dritten ÖVP-Gemeinderats Rudolf Greul, sich dem Klubzwang nicht mehr zu unterwerfen, keine Mehrheit im Ortsparlament mehr hat (die NÖN berichtete).

„Ich habe den Antrag eingebracht, damit dieser Vertrag, der vor drei Jahren abgeschlossen worden ist, eingehalten werden kann.“Geschäftsführender LOS-Gemeinderat Heinrich Brandstetter

Der geschäftsführende LOS-Gemeinderat Heinrich Brandstetter verweist auf einen Vertrag zwischen Gemeinde, Pfarre und Rentamt des Erzbistums: „Ich habe den Antrag eingebracht, damit dieser Vertrag, der vor drei Jahren abgeschlossen worden ist, eingehalten werden kann.“ Laut diesem Vertrag „schuldet“ die Gemeinde der Pfarre ein mindestens 2.500 m 2 großes Grundstück, weil die Gemeinde im Gegenzug andere Grundstücke bekommen hatte:

„Das ist heuer fällig, wenn nichts passiert, muss die Gemeinde etwa 80.000 Euro an das Rentamt zahlen. Da ist mir lieber, das ,Vermögen‘ bleibt in der Gemeinde und bei der Pfarre“, so Brandstetter weiter. Außerdem dürfe auf dem Trainingsplatz laut einem Gerichtsurteil ohnehin nur auf ein Tor gespielt werden. Hintergrund: Anrainer hatten sich beschwert, dass Fußbälle in ihre Gärten flogen (die NÖN berichtete). Brandstetter: „Wir hatten eine Verlegung des Sportplatzes schon im Wahlprogramm. Mir wäre lieber, es entstünde eine neue moderne Anlage mit einem guten Konzept.“

Der Medienbeauftragte des SCO, Florian Mitlöhner, erklärt: „Aufgrund der politischen Situation ist diese ,Idee‘ der Oppositionsparteien mit den Gemeinderatsstimmen umsetzbar, weil der Sportplatz Gemeindegrund ist.“ Der Trainingsplatz sei wichtig, weil dort eine Flutlichtanlage steht, die sonst auf dem Hauptfeld installiert werden müsste, auch das Training müsste dorthin übersiedeln. Die Folge? „Eine Mehrbeanspruchung des Rasens, noch mehr Pflege und jede Menge Mehrkosten.“