Neo-Ortschefs & Corona: Nichts ist so wie erwartet. Stefan Flotz aus Matzen, Christoph Veit aus Ebenthal sowie Alexander Gary aus Schönkirchen (alle VP) über ihre ersten Tage als Bürgermeister im Zeichen der Krise.

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 03. April 2020 (05:18)
Stefan Flotz wurde am 10. März in der konstituierenden Sitzung zum neuen VP-Bürgermeister von Matzen gewählt.
Mauritsch

Drei neue Bürgermeister sind nur einige Tage länger im Amt, als die Pandemiemaßnahmen der Bundesregierung gelten. Krisenmodus statt Kirtag – salopp gesagt. Die NÖN sprach mit den Neo-Bürgermeistern Stefan Flotz aus Matzen, Alexander Gary aus Schönkirchen-Reyersdorf und Christoph Veit aus Ebenthal (alle VP) über ihren Umgang mit der Krise und ganz persönliche Eindrücke.

„Politik soll den Menschen helfen, ihr Leben gut führen zu können. Es gilt, Herausforderungen zu bewältigen, die noch vor ein paar Wochen für die meisten von uns unvorstellbar waren“, sagt Veit. Die Verbesserung der Nahversorgung, schon vorher Thema, rückt noch mehr in den Fokus. „Wir sind zuversichtlich, in absehbarer Zeit ein Konzept vorstellen zu können, auch wenn es derzeit alles andere als einfach ist“, hält Veit an seinen Plänen fest.

Die Krise zeige deutlich, wie wichtig eine örtliche Versorgung ist und wie alle auf regionale Betriebe und Firmen angewiesen sind. „Es freut mich besonders, dass der Zusammenhalt in der Dorfgemeinschaft in den letzten Wochen noch gewachsen ist“, ist Veit stolz auf „seine“ Ebenthaler.

„Habe als Unternehmer Höhen & Tiefen erlebt“

Seinen Start als Bürgermeister hat sich auch Flotz anders vorgestellt: „Die Situation ist für alle Bürgermeister neu und herausfordernd. Ich bin seit 30 Jahren selbstständig und habe Höhen und Tiefen erlebt, habe gelernt, niemals aufzugeben.“

Sehr wichtig ist ihm, dass die Gemeindebürger menschlich miteinander umgehen, sich an die Regelungen halten und vor allem: „Keine Stigmatisierung der Erkrankten, sondern Zusammenhalt zum Wohle aller.“ Höchstes Lob spricht Flotz den Mitarbeitern aus, die ihn in jeder Hinsicht unterstützen.

„20 Tage in Amt und nichts ist so, wie man es sich vorgestellt hat“, zieht Gary über den Beginn seiner Amtszeit Resümee. Hochmotiviert startete er in die Weiterführung von Projekten, dann die Vollbremsung. Alles ist vorerst der Eindämmung des Virus untergeordnet. Gary richtet ebenfalls Dankesworte an die Mitarbeiter: „Wir haben ein großartiges Team im Büro, am Bauhof, in Schule und Kindergarten. Nur durch die Bereitschaft aller, Einschränkungen im Arbeitsalltag umzusetzen, ist es gelungen, die grundsätzlichen Aufgaben gesichert weiter ausführen zu können.“

Mit seinem Schlusssatz spricht er wohl vielen seiner auch langgedienten Amtskollegen aus dem Herzen: „Wenn man die Nachrichten von den weltweiten Auswirkungen von Corona sieht, bin ich sehr froh, in Österreich leben zu dürfen. Es ehrt mich, als Bürgermeister einen kleinen Teil zur Bewältigung dieser herausfordernden Zeit beitragen zu können.“