„Schweinbarther Kreuz“: Viele Fragen offen. Die „Graz-Köflacher Bahn“ bekundet zwar grundsätzlich Interesse an Fortbetrieb. Ob und wann es aber tatsächlich dazu kommt, steht noch in den Sternen.

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 10. November 2019 (04:41)
Gabriele Rath-Schneider und Erwin Mayer kämpfen für den Erhalt der Regionalbahn.
Mauritsch

Die Plattform „Regionalbahn statt Bus“ stellt sich vehement gegen die Einstellung der Regionalbahn R 18, auch „Schweinbarther Kreuz“ genannt. In einem gemeinsamen Treffen mit Bürgermeistern und Gemeindevertretern der Region sollten diese auf ein Bekenntnis zum Weiterbetrieb eingeschworen werden.

Die Initiative rund um Erwin Mayer (Grüne) und Gabriele Rath-Schneider ließ zuletzt mit Neuigkeiten aufhorchen (die NÖN berichtete). „Die Graz-Köflacher Bahn möchte so rasch wie möglich den Betrieb aufnehmen“, so Mayer.

"Zuerst müsste eine Beauftragung durch das Land NÖ erfolgen"

Wer allerdings erwartete, dass bereits bei dieser Zusammenkunft ein Vertreter anwesend sein würde oder sogar ein Konzept präsentiert wird, wurde enttäuscht. PR-Leiter Ernst Suppan präzisiert auf Anfrage der NÖN: „Die GKB hat grundsätzliches Interesse an einem möglichen Erhalt des Verkehrs auf der Regionalbahn ,Schweinbarther Kreuz‘ bekundet und erste interne Überlegungen zu einer möglichen Umsetzung dieses Projektes angestellt.“

Auf einen Zeitplan wollte sich Suppan nicht festlegen: „Zuerst müsste eine Beauftragung durch das Land Niederösterreich erfolgen, dann können Detailplanungen angestellt werden.“ Einen eigenwirtschaftlichen Betrieb sieht Suppan als Herausforderung. Es ist wohl davon auszugehen, dass bei einem Fortbetrieb durch die GKB das Land finanzielle Mittel zur Verfügung stellen muss. Eine entsprechende Rückfrage der NÖN an das Büro des zuständigen Landesrates Ludwig Schleritzko (VP) blieb bis Redaktionsschluss unbeantwortet.

Keine Medienvertreter bei Treffen erlaubt

Das Treffen fand hinter verschlossenen Türen statt. Pressevertreter waren – obwohl eingeladen – nicht zugelassen. Im Anschluss informierten Mayer und Rath-Schneider über die Gespräche. „Vor Kurzem erhielt ich telefonisch die Zusicherung von Wolfgang Sobotka über seine Unterstützung“, verspürte Mayer Rückenwind. Aus dem Büro des Nationalratspräsidenten klang das allerdings anders.

„Wir können diese Darstellung nicht nachvollziehen, weil sie nicht den Tatsachen entspricht. Ein Mitarbeiter hat telefonisch mehrfach festgehalten, dass hier seitens des Nationalratspräsidenten keine Zuständigkeit gegeben ist, weil es sich um eine Entscheidung der ÖBB handelt. Angeboten wurde, dass man das Anliegen gerne an den thematisch zuständigen Landesrat weiterleitet. Daraus ist aber keine Unterstützung abzuleiten“, so Markus Haindl, Sprecher des Nationalratspräsidenten.

In den inoffiziellen Gesprächen mit einigen Bürgermeistern war der einhellige Tenor: Gegen einen Fortbetrieb der Bahn, durch wen auch immer, möchte sich kein Gemeindeoberhaupt stellen, zumal die Diskussion in der Bevölkerung sehr kontrovers ist. Ob es zu dem von der Plattform gewünschten gemeinsamen Vorgehen kommt, wird die Zukunft weisen, zumal dafür entsprechende Beschlüsse im Gemeinderat notwendig sind. Auch wurden Befürchtungen laut, dass es dann gar kein Nahverkehrsangebot mehr gebe und auch die Busse eingestellt werden.

Diesbezüglich jedoch Sprecherin Christina Bachmaier vom VOR: „Ich kann versichern, dass das Regionalbusangebot bestehen bleibt, egal, was Gegner des Busverkehrs sagen. Wir bedauern sehr, dass die erarbeitete Lösung zur Sicherung des Nahverkehrsangebotes bei bestimmten Personen/Interessensgruppen auf Widerstand stößt und darüber hinaus so viel Energie aufgebracht wird, das Angebot schlechtzureden bzw. Verunsicherung bei der Bevölkerung zu streuen. Auf lange Sicht wird sich das Gesamtsystem aber beweisen.“

Inzwischen gehen Vorbereitungen für eine Etablierung des Busverkehrs weiter. Eine Mobilitätsgruppe beschäftigt sich mit Themen wie Haltestellenausstattung und der Gemeinderat Matzen beschloss die Umwidmung der Fläche für den zu errichtenden Busbahnhof in Raggendorf.