Nach Querelen wirft SP-Amon hin. Langjähriger Vorsitzender der örtlichen Roten geht im Zorn: „Habe es nicht notwendig, mich abschießen zu lassen.“

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 04. Dezember 2019 (03:58)
SP-Ortsvorsitzender Markus Amon stellt sein Amt mit sofortiger Wirkung zur Verfügung.
privat

Auf seiner Facebook-Seite gab SP-Ortsvorsitzender Markus Amon seinen Rücktritt bekannt. Worüber schon lange gemunkelt wurde, ist damit Realität geworden. „Nach reiflicher Überlegung und mit 1. Dezember stelle ich sämtliche Funktionen der SPÖ Sulz im Weinviertel nach 25-jähriger Tätigkeit zur Verfügung“, ließ Amon nun die Polit-Bombe platzen.

Die Entscheidung sei ihm nicht leichtgefallen, die ständigen internen Streitereien in Sulz und ein Besserwisser, der ständig seinen Kopf gefordert habe, hätten ihm dazu bewegt. Explizit führt Amon auch die Vorkommnisse der letzten Tage rund um die Kollegen in der Löwelstraße (SP-Bundesparteizentrale in Wien) an.

Amon macht per Mail seinem Ärger Luft

Der NÖN liegt zudem ein E-Mail von Amon an die Bezirksorganisation der SP vor, in dem der emeritierte Vorsitzende klare Worte findet. Er habe es nicht nötig, sich durch einen Putsch in seiner Heimatgemeinde Niedersulz politisch „abschießen“ zu lassen. Wer ihm als „Sesselkleber“ und „Schuldigen der Wahlschlappen“ in Sulz benannt habe, habe nun die Möglichkeit, es besser zu machen. Amon wird allerdings Parteimitglied bleiben.

SP-Bezirksgeschäftsführer David Schramm scheint von der Nachricht überrascht: „Bevor ich nicht mit Markus Amon selbst gesprochen habe, sage ich nichts. Ich war das ganze Wochenende auf einem Fortbildungsseminar.“

Amon war für eine Stellungnahme für die NÖN nicht zu erreichen. Eine Rückfrage bei der Gemeinde Sulz ergab, dass bislang kein Rücktrittschreiben als Gemeinderat von Amon eingelangt ist.

Wer dem scheidenden Politiker nachfolgen wird, stand zu Redaktionsschluss demnach noch nicht fest.