Haringsee

Erstellt am 17. Januar 2017, 10:58

von NÖN Redaktion

Mäusebussard hatte Schrot-Splitter im Flügel. Ein aufmerksamer Passant entdeckte einen durch einen Schuss verletzten Mäusebussard. Der Vogel muss nun in der EGS auch wegen Bleivergiftung behandelt werden.

Mäusebussarde sind, wie alle Greifvögel, ganzjährig geschont und dürfen daher nicht bejagt werden.  |  EGS

Vor einigen Tagen entdeckte ein couragierter Spaziergänger einen verletzten Mäusebussard auf einem Feld in Schattendorf (Burgenland). Die offene Fraktur des linken Flügels wurde in der Eulen- und Greifvogelstation (EGS) als Erstversorgungs-Maßnahme mit einem Verband verarztet.

Einige Tage später wurde in der Veterinärmedizinischen Universitätsklinik eine genauere Untersuchung durchgeführt, bei einer Röntgenaufnahme konnte eine Schussverletzung festgestellt werden.

„Vier Pfoten“-Vogelexpertin Brigitte Kopetzky erzählt: „In einem Unterarmknochen stecken kleine Schrotsplitter, die nicht herausoperiert werden können. Der Vogel hat dadurch auch schon erhöhte Bleiwerte im Blut und muss nun auch gegen diese Bleivergiftung behandelt werden.“ Die EGS, wo sich der Vogel nach seinem „Spitalsaufenthalt“ nun zur Erholung befindet, erstattete offiziell Anzeige beim Bundeskriminalamt, Abteilung Umweltkriminalität.

"Abschuss von Greifvögeln ist ein grober Verstoß"

Der Bussard trägt bis 25. Jänner einen Verband, ob der Flügel vollständig ausheilen wird, ist zur Zeit noch nicht sicher. Mäusebussarde sind, wie alle Greifvögel, ganzjährig geschont und dürfen daher nicht bejagt werden. Leider werden die gefiederten Räuber von manchen Jägern als Konkurrenten gesehen und deshalb illegal getötet.

Die Annahme, dass Beutegreifer schädlichen Einfluss auf die Population ihrer Beutetiere ausüben, sei bereits in mehreren Studien widerlegt worden. „Es wäre daher wünschenswert, wenn diese Erkenntnisse auch in der Ausbildung der Jäger berücksichtigt würden“, beklagt Kopetzky. Der illegale Abschuss von Greifvögeln sei nicht nur aus Tierschutzgründen abzulehnen, sondern auch ein grober Verstoß gegen Jagdgesetze und die EU-Vogelschutzrichtlinie.