„Mäh-Schafe“ sind zurück in Lassee. Rund 20 Fußballfelder an Wiesenfläche fraßen „animalische Rasenmäher“ der Stadt Wien heuer ab. Jetzt kommen die Vierbeiner zurück in ihr Winterquartier nach Lassee.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 07. November 2020 (04:04)
Die Wiener SP-Stadträtin Ulrike Sima besuchte die „Insel-Schafe“ bei ihrer „Arbeit“.
PID/Christian Fürthner

Sie fühlen sich rundum wohl auf der Donauinsel: Die 70 Krainer-Steinschafe, die heuer bereits die zweite Saison als „tierische MitarbeiterInnen“ der Stadt Wien auf der Donauinsel verbracht haben. Seit Mai grasen die freundlichen genügsamen Tiere heuer im Wiener Erholungsgebiet, doch nun geht diese Saison zu Ende. 14 Hektar Wiesenfläche grasten die Schafe heuer auf der Donauinsel ab – das entspricht in etwa der Größe von 20 Fußballfeldern.

„Der Einsatz der Schafe auf der Donauinsel als natürliche Rasenmäher hat sich auch heuer bestens bewährt. Schafbeweidung ist eine umweltschonende Methode der Wiesenmahd ohne Einsatz von Maschinen. Sie fördert die Artenvielfalt und ist eine von vielen Maßnahmen, die wir im Rahmen eines EU-Klima-Projekts auf der Insel durchführen“, so SP-Umweltstadträtin Ulli Sima.

Comeback im Frühjahr

Mitte November werden die von der Stadt Wien „geleasten“ Schafe wieder in ihr Winterquartier nach Lassee gebracht. Ihr Comeback im Frühjahr ist gesichert, denn die Schafbeweidung ist Teil eines EU-Projekts der Fachabteilung Wiener Gewässer. Die Schafbeweidung soll den Einsatz von Maschinen verringern. Die Tiere stoßen als umweltfreundliche Rasenmäher keine Abgas-Schadstoffe aus und sind leiser als maschinelle Rasenmäher.

Den Schafen hat die Sommerfrische auf der Insel auch heuer wieder sichtlich gutgetan. Sie ernähren sich ausschließlich von dem, was die Donauinsel zu bieten hat. Besonders angetan haben es ihnen Klee und Wildkräuter wie Salbei und Schafgarbe, die reichlich auf den wilden Wiesenflächen gedeihen. Nur einmal täglich werden sie von einem Schäfer des Betriebs WUK bio.pflanzen – Soziale Landwirtschaft Gänserndorf besucht, dem die Schafe gehören.

Die weitgehend naturnah gehaltenen Wiesenflächen ganz im ruhigen Norden der Donauinsel erwiesen sich als ideales Einsatzgebiet für die Schafe. Dort bleiben die Tiere rund eine Woche auf einer mit einem mobilen Elektrozaun geschützten Weidefläche, danach wird der Zaun versetzt und die nächste Wiese wird abgegrast. Wie erwähnt, grasten die Schafe heuer eine Fläche von 14 Hektar ab. Aufgrund des feuchten Sommers waren die Wiesen die ganze Saison hindurch grün und saftig. Wegen des reichlichen Futterangebots können die Schafe heuer bis Mitte November bleiben.

Mehr Artenvielfalt

Schafe lassen beim Grasen immer auch Pflanzen übrig. Dadurch entstehen Wiesenbereiche mit längerem und kürzerem Pflanzenstand. Das kommt gefährdeten, streng geschützten Insektenarten wie Schmetterlingen, Fang- und Heuschrecken zugute. Ein 2019 gestartetes Monitoring zeigt ein stark erhöhtes Aufkommen dieser Arten im Vergleich zu maschinell gemähten Wiesen. Das Monitoring der Schafbeweidung wird im Auftrag der Stadt Wien begleitend über die nächsten Jahre auf der Donauinsel durchgeführt.

Die Schafbeweidung versteht sich als Pilotprojekt der Fachabteilung Wiener Gewässer und ist Teil des EU-Projekts LIFE DICCA, in dem seit 2018 verschiedene Maßnahmen und Projekte entwickelt und durchgeführt werden, um die Donauinsel an den Klimawandel anzupassen.