Zwei Schüsse auf Stubentiger in Strasshof. Unbekannter hat es auf Katze abgesehen. Besitzer kritisiert Polizei. Die wiederum kontert.

Von Robert Knotz. Erstellt am 22. November 2019 (14:54)
Auf dem Röntgenbild sind die beiden Projektile im Körper des Katers deutlich zu sehen.
privat

Auf den Kater von Aljoscha Kroboth wurde bereits zweimal mit einem Luftdruckgewehr geschossen. Das Tier hatte Glück und überlebte. „Eines der Projektile steckt aber neben der Lunge. Man kann es nicht entfernen“, erklärt der geschockte Tierfreund im NÖN-Gespräch.

Tierbesitzer übt Kritik an Polizei

Die Vorgeschichte: Im Juli fand Kroboth zum ersten Mal seinen schwer verletzten Stubentiger im Garten. „Der Tierarzt entdeckte das Projektil eines Luftdruckgewehrs im Körper. Unser Tiger hatte jedoch Glück und überlebte“, erinnert sich der Tierbesitzer.

Damals meldete er den Vorfall der Polizeiinspektion Deutsch-Wagram. Zu diesem Zeitpunkt hatte er den möglichen Tatort noch nicht zuordnen können, da er während des Schusses nicht zu Hause war.

Am Samstag, den 16. November, um 14.20 Uhr habe Kroboth allerdings den Knall wahrgenommen. Etwa fünf Minuten nachdem der Kater das Haus verlassen hatte, soll er mit einer sichtbaren Schusswunde am Hals schwer verletzt zurückgekommen sein.

„Ich rief sofort die Polizeidienststelle an, um den Vorfall zu melden. Ein einzelner Beamter wurde geschickt, der einen Blick auf das Tier warf und wieder wegfuhr. Ein kurzer Rundgang, eine Nachschau in den Gärten und Garagen der Anrainer sowie Gespräche mit den umliegenden Nachbarn hätte eventuell zur Überführung des Täters geführt“, kritisiert Kroboth die Exekutive.

Erst gegen Abend sollen sich zwei Polizeibeamte in der Nachbarschaft umgesehen haben. „Als nächstes wird vielleicht ein Kind getroffen, dann ist Feuer am Dach“, so der Katerbesitzer.

„Erfahrungsgemäß schießen solche Täter nicht auf Menschen“

„Der Besitzer sagte, dass er sofort zum Tierarzt fahren will.“Der Beamte, der Kroboth nach der Tat aufgesucht hatte

Gerald Reichl, Chef der Kriminaldienstgruppe im Bezirk, sieht die Sache anders: „Erfahrungsgemäß schießen solche Täter nicht auf Menschen. Sie stört vor allem, dass die Katzen in ihrem Garten ihre Exkremente hinterlassen und eventuell Schäden anrichten.“ Vom Gesetz her sei die Verletzung des Tieres ein Sachschaden.

Auch jener Beamte, der Kroboth nach der Tat aufgesucht hatte, sprach mit der NÖN: „Der Katerbesitzer war nicht dazu bereit, das Tier aus dem Transportkorb zu nehmen, damit ich es mir ansehen konnte. Er sagte vielmehr, dass er sofort zum Tierarzt fahren will.“

Der Beamte habe ihm angeboten, danach in die Polizeiinspektion zu kommen, was Kroboth aber nicht tat: „Im Umfeld nach einem Verursacher zu suchen, war deshalb nicht möglich, weil rund um das Anwesen des Tierbesitzers mindestens zehn Häuser stehen.“ Der Beamte könne nicht an jede Tür klopfen, um nach einer Luftdruckwaffe zu fragen.