EGS Haringsee versorgt ausgehungerten Schwarzstorch. Die von VIER PFOTEN geführte Eulen- und Greifvogelstation Haringsee (EGS) hat einen jungen Schwarzstorch zur Pflege bekommen, der sich zuvor völlig ausgehungert im Garten eines Hauses in Elixhausen bei Salzburg aufgehalten hatte.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 09. September 2020 (12:22)
Der Schwarzstorch ist hungrig wie ein Bär.
VIER PFOTEN

 Er verfolgte die Bewohner, eine Familie, sogar bis ins Wohnzimmer, um an Futter zu kommen. Dort wurde der hungrige Vogel mit Fischen versorgt. Danach rief die Familie das Haus der Natur in Salzburg zu Hilfe. Ein Ornithologe holte das Tier ab und brachte es in die EGS.

„Bei uns wird der Schwarzstorch jetzt aufgepäppelt. Wir hoffen sehr, dass er schon bald wieder in die Freiheit entlassen werden kann“, sagt VIER PFOTEN Expertin Brigitte Kopetzky. „Es sieht gut aus, denn er frisst tatsächlich wie ein Scheunendrescher. Da er aber noch sehr mager ist, dauert es sicher noch einige Tage, bis er merklich runder wird und wir ihn auslassen können. Dann kann er sich seinem schon frei fliegenden Artgenossen anschließen, der ebenfalls Patient in der EGS war. Auch dieser Storch war ausgehungert im Waldviertel gefunden worden. Anscheinend hat es ihm bei uns gefallen, denn er steht nach wie vor oft auf dem Feld draußen vor der Station. Wir hoffen, dass die beiden noch Anschluss an eine nach Süden ziehende Storchentruppe finden, bevor es für heuer zu spät ist.“

Nicht der erste Schwarzstorch in der letzten Zeit

In den letzten Wochen hat die EGS drei junge Schwarzstörche übernommen. Diese außergewöhnlich hohe Zahl erklärt sich möglicherweise dadurch, dass diese Vögel heuer gute Bruterfolge hatten und es deshalb außergewöhnlich viele Jungstörche gibt. Schlechte Wetterbedingungen während des beginnenden Abzugs in den Süden haben den Jungtieren außerdem die Futtersuche erschwert.

Mit Tierpflegerin Kathy, die ihn wieder aufpäppelt.
VIER PFOTEN

Der Schwarzstorch ist der scheue Bruder des bei uns weiter verbreiteten Weißstorchs. Im Gegensatz zu letzterem meidet der Schwarzstorch die Zivilisation und baut seine Nester in stillen Auwäldern. Schwarzstörche brüten nicht in Kolonien, die Paare bauen ihre Nester einzeln auf Bäumen oder in Felsnischen. Ihre Nahrung besteht zu einem größeren Teil aus Tieren, die im Wasser leben, hauptsächlich Fische und Amphibien.

Wie auch die Weißstörche, verbringen sie die Wintermonate in Afrika und versammeln sich jetzt schon, um gemeinsam nach Süden zu ziehen.