Greifvogel-Schutz: Vereine besorgt. Nach Vorfällen in Zistersdorf warnen BirdLife und WWF vor Abschuss gefährdeter Arten.

Von Nina Wieneritsch. Erstellt am 24. November 2017 (04:59)
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Tote Greifvögel sorgen in Zistersdorf seit Längerem für Unruhe unter Tierschützern.
BirdLife

Wie berichtet, scheint Zistersdorf ein regelrechtes „Bermuda-Dreieck“ für Greifvögel darzustellen, so die Tierschutz-Organisation BirdLife in ihrer jüngsten Aussendung. „In den vergangenen Jahren sind dort mehr als 30 Greifvögel getötet worden, die Dunkelziffer dürfte weitaus höher liegen“, weiß Greifvogelexperte Matthias Schmidt. Nun schlagen BirdLife und WWF erneut Alarm:

Der NÖ Landesjagdverband machte in einem Newsletter Greifvögel für die Verarmung der Brutvogelarten verantwortlich und fordert mittelfristig ihren Abschuss. „Der Abschuss bedrohter Tierarten kommt anscheinend wieder in Mode, nachdem offen gegen Wolf, Fischotter und Co – allesamt gefährdete Arten – gezielt Stimmung gemacht wird. Nun sind die Greifvögel an der Reihe“, befürchtet WWF-Artenschutz-Teamleiter Arno Aschauer. Dies widerspreche der EU-Vogelschutzrichtlinie sowie dem NÖ Naturschutz- und Jagdgesetz.

Allerdings wurde erst im Oktober bei einer Info-Veranstaltung in der Bezirkshauptmannschaft, an der auch Jagdexperten teilnahmen, auf die Verantwortung der Jägerschaft, in ihrem eigenen Interesse massive Anstrengungen im Rahmen der Jagdaufsicht zu unternehmen, hingewiesen. Als Ziel wurde einvernehmlich festgelegt, dass das nicht waidgerechte und gesetzlich verbotene Töten umgehend beendet werden muss. Es gab ein breites Bekenntnis zur dafür erforderlichen Zusammenarbeit (die NÖN berichtete).