Gänserndorfer Stadthalle wird nun doch komplett saniert. Statt 800.000 werden 1,1 Mio. Euro investiert. Debatte im Gemeinderat wegen Geld, das für neues Poly-Dach vorgesehen war.

Von Thomas Schindler. Erstellt am 13. Mai 2020 (05:40)
Die Demontage-Arbeiten führt derzeit kostengünstig der gemeindeeigene Bauhof durch. Bürgermeister René Lobner geht davon aus, dass er etwa 300.000 Euro aus diversen Förderungen lukrieren kann.
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Bei der jüngsten Gemeinderatsitzung wurde sie einstimmig beschlossen: die Generalsanierung der Stadthalle. Entgegen dem ursprünglichen Plan (die NÖN berichtete) kommt nun alles neu: Böden, Wände, Sanitär- und Elektroinstallationen sowie Turngeräte. Statt 800.000 Euro werden somit 1,1 Millionen Euro investiert. Mit den Arbeiten wurde bereits begonnen, Ende August sollen diese abgeschlossen sein.

NEOS-Gemeinderat Joseph Lentner bemängelte bei der Sitzung des Stadtparlaments, dass er nicht über den Beginn der Sanierungsarbeiten informiert worden war: „Das habe ich über die NÖN erfahren.“ VP-Bürgermeister René Lobner klärte auf: „In diesem Fall musste alles sehr schnell gehen, weil wir das Zeitfenster nutzen müssen.“ Gemeint ist die Zeit bis Anfang September – bis dahin ist der Betrieb in der Halle aufgrund der Coronakrise bzw. der Sommerferien eingestellt.

Der Gemeindevorstand – dort sind die NEOS nicht vertreten – sei auf jeden Fall informiert gewesen, so Lobner weiter. Zufrieden zeigte sich die SPÖ. Stadtrat Michael Hlavaty: „Wir begrüßen natürlich die Sanierung der Halle. Der damalige SP-Stadtrat Christian Worlicek hat schon vor Jahren für die Renovierung gekämpft.“

Was Hlavaty aber nicht gefiel, ist der Umstand, dass die Sanierung des kaputten Daches des Poly zugunsten der Stadthalle verschoben werde: „Dafür waren 170.000 Euro vorgesehen. Das Geld wird nun für die Renovierung der Halle verwendet. Und beim Poly regnet es hinein.“

Darauf Lobner: „Wir werden das Poly-Dach um ein paar Tausend Euro reparieren, damit es wieder dicht ist.“ 170.000 Euro für ein komplett neues Dach will der Stadtchef aber nicht investieren. Seine Begründung: „Da bahnt sich etwas an. Es kann sein, dass das Poly-Gebäude in drei bis vier Jahren gar nicht mehr steht.“

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