Haringsee hat "mehr Kulturgüter als Wien“. Das Technische Museum lagert einen großen Teil seiner „Schätze“ in einer riesigen Halle im Marchfeld.

Von Stefan Havranek. Erstellt am 22. Juni 2017 (02:58)
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Josef Kirchberger (Geschäftsführer Art for Art), Gabriele Zuna-Kratky (Generaldirektorin des Technischen Museums), Helmut Lackner (Projektleiter des Technischen Museums) und VP-Bürgermeister Roman Sigmund (v.l.).

„In Haringsee lagern mehr Kunstschätze und Kulturgüter als in Wien“, scherzte Josef Kirchberger, Geschäftsführer der „Art for Art Theaterservice-GmbH“ und angesichts der zehn riesigen Lagerhallen, die seine Firma in der 1.189-Einwohner-Gemeinde errichten ließ, glaubt man ihm gern.

Denn nun ist auch die Übersiedlung des Floridsdorfer Depots des Technischen Museums in die Ortschaft, die „zwar nicht der Mittelpunkt der Welt ist, aber im Herzen des Marchfelds liegt“, wie VP-Bürgermeister Roman Sigmund feststellte, abgeschlossen. Rund 10.000 Objekte wurden in etwa 350 Lkw-Fuhren seit der Fertigstellung der Halle im Jänner hierher transportiert. Zuvor erhielten noch alle einen Barcode, mit dessen Hilfe genau dokumentiert wurde, wo die Objekte gelagert werden.

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Die „Almrausch“-Lok 999.105 steht ebenso in Haringsee wie ein Straßenbahn-Triebwagen der ESG Linz.

Denn im Museum selbst sei „nur die Spitze des Eisbergs“ sichtbar, wie Generaldirektorin Gabriele Zuna-Kratky erklärt: „95 Prozent unserer ,Schätze‘ werden in drei Depots aufbewahrt, gepflegt, restauriert und sicher untergebracht.“

Die neue Halle war aber selbst für die „Lager-Experten“ der „Art for Art“ Neuland: „Ein Lager dieser Qualität – hinsichtlich Heizung, Isolierung, Bodenbelag – haben wir auch noch nicht errichtet.“ Dafür soll in der 8.500 m großen Halle, die in drei Brandabschnitte eingeteilt ist, nun genug Lagerplatz für die nächsten zehn Jahre vorhanden sein, was die Generaldirektorin „ruhig schlafen lässt.“