Ärger mit Rasern in 30er-Zone. Untersiebenbrunner ist verzweifelt, weil sich viele Lenker nicht an die Geschwindigkeitsbeschränkung halten.

Von Markus Szelnekovics. Erstellt am 27. Februar 2021 (04:42)
Das Foto zeigt die Einfahrt in die Neuhofstraße. In Untersiebenbrunn gilt in allen Straßen, abgesehen von der Hauptstraße, Tempo 30.
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Der Untersiebenbrunner Wolfgang Wallner ist verärgert: Obwohl in ganz Untersiebenbrunn – abgesehen von der Hauptstraße – eine 30-km/h-Beschränkung für Fahrzeuge gilt, muss er sich regelmäßig über Raser in der Neuhofstraße ärgern, die sich nicht an die erlaubte Höchstgeschwindigkeit halten.

„Mit der Straßenverkehrsordnung 1960 hat der Gesetzgeber verschiedene Höchstgeschwindigkeiten festgelegt. Abgesehen davon sind Kfz-Lenker verpflichtet, die Fahrgeschwindigkeit den jeweiligen Umständen, insbesondere den Straßen-, Verkehrs- und Sichtverhältnissen, anzupassen“, betont Wallner, kritisiert aber gleichzeitig: „Fakt ist, dass sich auf der Neuhofstraße mehr als 50 Prozent aller Verkehrsteilnehmer nicht daran halten und teilweise mit weit überhöhter Geschwindigkeit und nicht mit den erlaubten 30 km/h durchfahren.“

Er habe sich schon Lösungen überlegt: „Ich hoffe, dass es mit der von mir angeregten und bereits angekündigten Änderung der Vorrangregel zu einer Verbesserung der Situation für die Bewohner der Neuhofstraße kommt“, so Wallner, der lakonisch anmerkt: „Kundgemachte Geschwindigkeitsbeschränkungen gelten für alle Verkehrsteilnehmer – Autofahrer, Fahrradfahrer, Lkw-Fahrer, Fußgänger und auch Führerscheinneulinge.“

Die NÖN sprach auch mit ÖVP-Bürgermeisterin Dagmar Zier über die Problematik: „Die Gemeinde hat bereits kurz nach der Gemeinderatswahl die ersten Gespräche mit der BH Gänserndorf zum Zweck der Verkehrsberuhigung und -vermeidung sowie der Geschwindigkeitsreduktion im Ortsgebiet von Untersiebenbrunn geführt.“ Direkt im Anschluss an die Erhebungen der BH und der Polizei wurde ein Verkehrssachverständiger mit der Beurteilung der Möglichkeiten beauftragt.

„Daraufhin konnte für die gesamte Ortschaft – ausgenommen L2 – die Höchstgeschwindigkeit mit 30 km/h festgelegt werden. Im nächsten Schritt soll auch – wo immer möglich – im Ortsgebiet die Rechtsregel wieder gelten. Das bedeutet, dass die Vorrang-Geben-Verordnungen aufgehoben werden müssen“, so Zier weiter. Dies sei für jede Kreuzung einzeln zu prüfen, da Sichtbehinderungen oder besondere Gefahrensituationen erfasst und beurteilt werden müssen. Für die Kreuzungen entlang der Neuhofstraße sei diese Prüfung bereits erfolgt. Sobald der erforderliche Bescheid erstellt ist, werden einerseits Warntafeln „Geänderter Vorrang“ aufgestellt und zeitgleich die Vorrang-geben-Zeichen entfernt.

„Selbstverständlich wurden auch bauliche oder pflanzliche sowie optisch die Straße einengende Möglichkeiten geprüft, die vom Sachverständigen abgelehnt wurden. Wie man erkennen kann, ist uns die Problematik der Geschwindigkeitsüberschreitungen bewusst und wir arbeiten intensiv an der hoffentlich dauerhaften Lösung“, schließt die Ortschefin.