Behörde entschied: Kangalhündin darf bleiben. Jener Vierbeiner, der kürzlich ausbüxte und die Ortschaft in Angst versetzte, gilt als „nicht auffällig“. Er darf dem Besitzer somit nicht abgenommen werden.

Von Michaela Fiala. Erstellt am 29. November 2017 (04:27)
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Symbolbild

Jetzt ist es fix: Jene Kangalhündin, die kürzlich von einem Firmengelände ausbüxte, durch die Ortschaft streunte und die Anrainer in Schrecken versetzte ( die NÖN berichtete ), gilt behördlich als „nicht auffällig“ und kann dem Besitzer somit nicht abgenommen werden. Dies brachte SP-Bürgermeister Reinhold Steinmetz nach einem Gespräch mit der Bezirkshauptmannschaft (BH) in Erfahrung.

Zur Erinnerung: Auf dem besagten Grundstück lebten ursprünglich zwei Kangals. Der Rüde verletzte Anfang April, ohne dass er selbst angegriffen oder provoziert worden war, einen anderen Hund durch Bisse so schwer, dass dieser verstarb. Daraufhin erklärte die Gemeinde beide Kangals mittels Bescheid als „auffällig“.

Nur der Kangalrüde darf nicht zurück

„Anfang Mai wurde ein Hundehalteverbot verhängt. Zehn Tage später wurde die Abnahme beider Kangals veranlasst und Anzeige bei der Bezirkshauptmannschaft Gänserndorf erstattet“, erinnert sich das Gemeindeoberhaupt. Seitens der BH sei ein Ermittlungsverfahren durchgeführt worden. Bei den Erhebungen habe sich herausgestellt, dass lediglich einer der beiden großen Hunde, nämlich der Rüde, auffällig sei. Die Beschlagnahmung des Weibchens wurde von der Behörde aufgehoben und der Vierbeiner dem Hundehalter daher zurückgegeben.

NÖN
SP-Bürgermeister Steinmetz: „Die Haltung eines als ,nicht auffällig‘ deklarierten Hundes darf von der Gemeinde nicht untersagt werden.“

Steinmetz stellt den Sachverhalt klar: „Die Haltung eines als ,nicht auffällig‘ deklarierten Hundes darf von der Gemeinde nicht untersagt werden.“ Wenn ein Hund in der Lage ist, das Grundstück seines Besitzers aus eigenem Antrieb zu verlassen, und Tatbestands-Merkmale wie Zeitpunkt bekannt wären, so müsse die Bevölkerung dies bei der Polizei-Inspektion Leopoldsdorf oder direkt bei der BH Gänserndorf anzeigen. Diese Verwaltungsübertretung werde nach dem NÖ Hundehaltgesetz durch die BH geahndet.

Das „Ausbüxen“ eines Hundes rechtfertigt nicht die Verhängung eines Hundehalteverbotes. Der Besitzer des Kangals konnte für eine Stellungnahme nicht erreicht werden.