Warnung vor mehr Lkw-Verkehr wegen Deponie-Verlängerung. Untersiebenbrunn: Weil Betreiber länger auffüllen will, befürchten Grüne zusätzliche Belastungen und fordern rasch eine Umfahrung.

Von Stefan Havranek und Markus Szelnekovics. Erstellt am 03. April 2021 (04:28)
Eine Deponie in Untersiebenbrunn soll länger als geplant genutzt werden. Die Bezirks-Grünen sind dagegen.
Smax, Smax

Weil eine Genehmigung für eine ehemalige Baurestmasse-Deponie um drei Jahre verlängert werden soll, steigen die Bezirks-Grünen auf die Barrikaden. Sie warnen vor dem dadurch entstehenden Lkw-Verkehr: „Untersiebenbrunn ist jener Ort, dem in den UVP-Unterlagen, die für die Bewertung der Marchfeld-Schnellstraße S8 erstellt wurden, Lärmschutzfenster für die Schule zugesagt wurden, obwohl der Ort gar nicht am verhandelten Teilstück der S8 liegt“, erklärt Bezirkssprecherin Beate Kainz. Das heißt: Jetzt schon – ohne S8 – sei der Lkw-Verkehr kaum zu ertragen.

Die Deponie schließe direkt ans Wohngebiet an. „Dadurch ist es kaum möglich, die Anrainer vor Nebenwirkungen des Deponiebetriebes zu schützen – sollte der Antrag in der gewünschten Form erledigt werden. Dass Lkw weiter das verkehrsberuhigte Wohngebiet durchqueren müssen, um Bauschutt anzuliefern bzw. zu holen, ist nicht mehr zeitgemäß“, so Kainz weiter. Untersiebenbrunn brauche endlich eine Straße, die den Verkehr an der Gemeinde vorbeiführe.

Für Kainz ist es kein Wunder, dass manche Bürgermeister noch immer an der S8 festhalten: „So wurden auch Untersiebenbrunn die Lärmschutzfenster erst mit dem Bau der S8 zugesagt. Wenn die Schnellstraße kommt, ist die Belastung durch die damit einhergehende Verkehrszunahme nicht mehr vertretbar. Und der Zubringer, der in diesem Fall tatsächlich eine Umfahrung für den ganzen Ort darstellen würde, wird ebenfalls erst dann gebaut“, mutmaßt die Grüne.

Dass es möglich sei, Zubringer ohne Schnellstraßenanschluss zu errichten, habe Gänserndorf vorgezeigt. „Es wäre Zeit, dass die Untersiebenbrunner Gemeindepolitiker ihre Forderung überdenken und aktiv werden. Im Gegensatz zur Schnellstraße wird die Umfahrung das Ortsgebiet tatsächlich entlasten“, fordert Kainz abschließend.

Ziel der Gemeinde: Lärm und Staub vermeiden

ÖVP-Bürgermeisterin Dagmar Zier nimmt dazu Stellung: „Eine Firma hat um Anpassung einer bestehenden Deponie am Land angesucht. Für die Gemeinde sind noch Fragen offengeblieben, die mit dem Betreiber und den Behörden geklärt werden sollen.“ Vorrangiges Ziel der Gemeinde sei es, jede noch stärkere Belastung durch Staub und Lärm zu vermeiden.

In diesem Verfahren liegt die Entscheidung laut der Bürgermeisterin aber nicht bei den Gemeinden, sondern sie dürfen nur – wie jeder einzelne Bürger auch – Stellungnahmen abgeben.

Zier abschließend: „Die Wirtschaftsbetriebe und die Bürger sollen in Untersiebenbrunn mit- und nebeneinander leben können, dafür brauchen wir so schnell wie möglich die Umfahrung.“ Würde diese bestehen – am besten in Verbindung mit der S8 –, könnte der gesamte Verkehr zu dieser Deponie außerhalb des Ortsgebiets abgewickelt werden.