Opfer mehrheitlich "Gas Connect"-Mitarbeiter. Die Explosion in der Gasstation von Gas Connect hat ein Todesopfer, eine schwerverletzte Person und 20 Leichtverletzte gefordert.

Von Redaktion, APA. Update am 12. Dezember 2017 (14:56)

Diese Zahlen nannte Sonja Kellner vom Roten Kreuz Niederösterreich am frühen Dienstagnachmittag in Baumgarten a.d. March (Bezirk Gänserndorf). Bei den Opfern handle es sich mehrheitlich um Gas Connect-Mitarbeiter, sagte Unternehmenssprecher Andreas Rinofner.

Das mit Verbrennungen schwerverletzte Opfer wurde nach ÖAMTC-Angaben von "Christophorus 9" ins AKH Wien geflogen (NÖN.at hatte berichtet). Weitere Verletzte wurden ins Wiener SMZ Ost und UKH Meidling sowie ins Landesklinikum Hainburg transportiert, teilte Kellner mit. Sie berichtete zudem, dass das Wohnhaus der Lebenshilfe in der Katastralgemeinde von Weiden an der March nach der Explosion evakuiert worden sei. Es habe sich um eine Maßnahme aus Sicherheitsgründen gehandelt. Etwa 50 Personen seien in der Folge von Kriseninterventionsteams (KIT) betreut worden.

Anlage nach der Explosion evakuiert

Laut Rinofner wurde die Anlage nach der Explosion in einen Sicherheitsmodus geschaltet und evakuiert. Etwa 60 Personen seien zum Unfallzeitpunkt in Baumgarten a.d. March tätig gewesen. Der Sprecher bestätigte zu Mittag, dass Gas Connect von einem technischen Gebrechen als Ursache ausgehe. Zwei der Verletzten seien Mitarbeiter einer Fremdfirma. Ein Betreten der Station war Rinofner zufolge vorerst nicht möglich.

Bei dem Todesopfer und den Verletzten handle es sich um österreichische Staatsbürger. Die Explosion hatte sich laut dem Sprecher im westlichen Bereich der Anlage ereignet. Bei dem Unternehmen herrsche große Betroffenheit, dass es trotz höchster Sicherheitsvorkehrungen dazu gekommen sei. "Es ist in unserem eigenen Interesse, den Unfall höchst genau zu untersuchen", betonte der Sprecher. Die Gasversorgung in Österreich sei durch Umleitungsverkehr sichergestellt, fügte er hinzu.

"Höchste Alarmstufe" bei Feuerwehr

Richtung Süden und somit u.a. nach Italien sei die Versorgung eingeschränkt, teilte Rinofner auf Anfrage mit. Entsprechende Information sei ergangen. Wann wieder Normalbetrieb herrschen werde, "können wir zur Stunde nicht sagen".

Seitens der Feuerwehr sei nach der Explosion "höchste Alarmstufe" ausgelöst worden, erklärte Landeskommandant Dietmar Fahrafellner. Die Brandbekämpfung u.a. mit Schaum dauerte an, sollte jedoch noch am frühen Nachmittag abgeschlossen werden. Im Einsatz standen u.a. noch 30 Atemschutztrupps.

Indes waren auch die Brandermittler des Landeskriminalamtes in Baumgarten a.d. March eingetroffen. Sie würden auf die Freigabe des Unfallortes durch die Feuerwehr warten, um ihre Ermittlungen aufnehmen zu können, teilte Heinz Holub von der Landespolizeidirektion mit.

Slowakei bot Hilfe an

Nach der Gasexplosion hat das slowakische Innenministerium Unterstützung u.a. mit Rettungsgeräten und Feuerwehrfahrzeugen angeboten, teilte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) am Dienstagnachmittag mit. Sie sprach von einem wohltuenden "Ausdruck der Verbundenheit unserer Länder".

Nach Rücksprache mit dem NÖ Landesfeuerwehrkommandanten Dietmar Fahrafellner, dem Landesrettungskommandanten des Österreichischen Roten Kreuzes, Werner Kraut, und Landespolizeidirektor Konrad Kogler sei entschieden worden, dass "keine weiteren Einsatzkräfte mehr erforderlich" seien, so Mikl-Leitner. Sie bedankte sich jedoch "bei unseren slowakischen Nachbarn ausdrücklich für ihre Anteilnahme und das rasche Hilfsangebot".

Die OMV zeigte sich in einer Aussendung "schwer betroffen, dass bei diesem Vorfall Menschen zu Schaden gekommen sind". Das Mitgefühl gelte den Angehörigen des Verstorbenen und allen Verletzten, teilte Generaldirektor Rainer Seele mit.