Haltestellen in Deutsch-Wagram regen auf. Anrainer und SPÖ kritisieren den Standort. Die Kreuzung bei den Haltestellen gelte als gefährlich. Regierende ÖVP kontert: „Wir können diese Kritik nicht nachvollziehen.“

Von Robert Knotz. Erstellt am 25. Februar 2021 (04:20)
SPÖ-Gemeinderat Gustav Ewald ist gegen die Errichtung zusätzlicher Haltestellen.
Knotz

Ab Montag, den 29. März, sollen zwei neue Buslinien (520 und 521) die bestehenden Linien am Helmahof ergänzen. Bürgermeister Friedrich Quirgst und Stadtrat Johannes Kozlik (beide ÖVP) präsentierten das neue Verkehrskonzept im Jänner (die NÖN berichtete). Während Linienführung und Taktverdichtung positiv angenommen werden, regt sich Widerstand seitens der Anrainer in der Eduard-Bauernfeld-Gasse – vor allem wegen zwei neuer Haltestellen (jeweils eine pro Fahrtrichtung).

Hier ein Überblick: Die beiden ÖVP-Politiker befürworten das Angebot und sprachen von einer besseren Anbindung ans restliche Verkehrssystem sowie einer zusätzlichen Querverbindung von der Schnellbahn-Haltestelle Helmahof über die Eduard-Bauernfeld-Gasse zu Bahnhof, Schule und Gemeindeamt. „Montag bis Sonntag soll es Busverbindungen geben, wobei unter der Woche 17 Verbindungen in jede Richtung geplant sind“, so Kozlik.

Stadtchef Quirgst ergänzt: „Auch die Anbindung an die Bezirkshauptstadt Gänserndorf, nach Wien sowie in unsere Nachbargemeinde Aderklaa wird hierdurch verbessert.“

ÖVP-Stadtrat Johannes Kozlik und ÖVP-Bürgermeister Friedrich Quirgst: „Es gibt auch viele positive Stimmen zu diesem Vorhaben.“
ÖVP

Die SPÖ findet das neue Konzept gut, allerdings sei es viel zu spät umgesetzt worden. „Die Anrainer sind in die Planungsphase nicht einbezogen worden. Auch die im Gemeinderat vertreten Parteien wurden im zuständigen Ausschuss über dieses Vorhaben nicht informiert“, so SPÖ-Gemeinderat Gustav Ewald.

Das Problem liege aber bei den neuen Haltestellen, die sich in unmittelbarer Nähe (drei bis vier Gehminuten) von bestehenden Haltestellen befinden sollen. Durch diese zusätzlichen Halte würden für die Bewohner des Lindenhofes viele Parkplätze, die in diesem Bereich ohnehin Mangelware seien, verloren gehen.

Anrainerin Melanie Roisel wundert sich, warum ihr niemand erklären kann, weshalb diese Haltestelle ausgerechnet dorthin kommt: „Die Kreuzung ist stark befahren und uneinsehbar.“ Sie hat bereits rund 90 Unterschriften gegen das Vorhaben gesammelt.

Kozlik: „Details wurden erst später bekannt.“

Kozlik zeigt sich verwundert: „Bis dato wollte die SPÖ gemeinsam mit der !wir-Fraktion ein stadteigenes Busunternehmen gründen, welches rund 300.000 Euro pro Jahr gekostet hätte. Details zu den Fahrplänen haben wir erst nach der von !wir und SPÖ verlangten Gemeinderatssitzung (11. Februar, Anm.) erhalten.“ Diese wurde aufgrund mangelnder Beschlussfähigkeit abgesagt.

Kozlik weiter: „Der Abstand der Haltestellen zu den anderen entspricht den Planungsleitlinien (300 bis 500 Meter) des Landes NÖ.“ Ältere Menschen sowie Familien mit Kindern würden davon profitieren. „Was die Parkplätze betrifft, sollen asphaltierte Parkflächen entlang der Bockließer Straße geschaffen werden“, fügt Kozlik hinzu. Der Ort für die Bus-Stopps sei so gewählt, dass beide Linien dort halten können. „Dadurch wird die Kreuzung besser einsehbar sein. Die Sichtweite wird von 15 auf 30 Meter verdoppelt und die Kreuzung damit sicherer werden, weil die Fahrzeuge beim Parken einen größeren Abstand zum Kreuzungsbereich einhalten müssen“, ergänzt Stadtchef Quirgst.

Die Unterschriftenliste von Melanie Roisel würde auf einem SPÖ-Flugblatt beruhen, in dem die Details der Haltestelle nicht genau dargestellt seien. Noch in dieser Woche soll das Thema in den Ausschüssen diskutiert werden und in der Gemeinderatssitzung am Montag, dem 1. März, auch auf die Tagesordnung kommen.