Marchfeld-S8: Jetzt wird es ernst. Diese Woche wird die geplante Marchfeld-Schnellstraße S8 beim Bundesverwaltungsgericht verhandelt. Umweltschützer rechnen mit einem Paukenschlag.

Von Thomas Schindler. Erstellt am 19. Februar 2020 (04:50)
Der Triel könnte das gesamte Projekt zu Fall bringen.
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Was die geplante Marchfeld-Schnellstraße S8 betrifft, könnte es heute, Mittwoch, ernst werden. Das Projekt wird nämlich aufgrund zahlreicher Einwände von Umweltschützern und betroffenen Anrainern (die NÖN berichtete mehrmals) beim Bundesverwaltungsgericht verhandelt.

Schnellstraßengegner Wolfgang Rehm aus Marchegg kann sich vorstellen, dass es „ein kurzer Prozess“ wird. Warum das? „Weil es die Asfinag, die die S8 bauen würde, bis heute nicht geschafft hat, das Problem mit dem Triel zu lösen.“ Zur Erklärung: Der Triel ist ein vom Aussterben bedrohter Vogel, der im Trassenbereich der geplanten S8 lebt. Rehm weiter: „Es könnte sogar sein, dass bei der Verhandlung aufgrund des Triels der Todesstoß für das gesamte eingereichte Projekt Marchfeld-Schnellstraße kommt. Dann müsste die Asfinag, was dieses Vorhaben betrifft, wieder bei null anfangen.“

Die sieht das naturgemäß anders. „Grundsätzlich möchten wir festhalten, dass seit dem Frühjahr 2019 ein positiver erstinstanzlicher Genehmigungsbescheid für die S8 vorliegt“, betont die Asfinag. Und weiter: „Die für die Einreichung notwendigen Unterlagen wurden von Experten erstellt und von unabhängigen Fach-Sachverständigen der UVP-Behörde ausführlich geprüft.“

Diese Prüfung bilde die Basis für den positiven Bescheid – auch hinsichtlich des schützenswerten Vogels Triel, so die Asfinag, die dem Ergebnis der Verhandlung beim Bundesverwaltungsgericht nicht vorgreifen will.