Gänserndorf jagt jetzt die Raser. Die Gemeinde Gänserndorf sagt den Temposündern den Kampf an. Mit einem dreistufigen Konzept sollen die „Bleifüße“ in die Schranken gewiesen werden.

Von Thomas Schindler. Erstellt am 09. Juni 2021 (04:18)
ÖVP-Verkehrsstadtrat Wolfgang Halwachs: Mit Plakaten, Gesprächen vor Ort und der Hilfe der Polizei will er die Tempobolzer einbremsen.
Gemeinde, Gemeinde

„Das Nichtbeachten der Geschwindigkeits-Beschränkungen, aber auch immer wieder stattfindende Autorennen stellen eine Gefahr für die Bürger dar“, ärgert sich ÖVP-Verkehrsstadtrat Wolfgang Halwachs. Deshalb macht die Gemeinde nun ernst und sagt den Rasern den Kampf an.

Autorennen zu nächtlicher Stunde

Was ist der aktuelle Anlass? Halwachs: „Es gibt immer mehr Beschwerden, dass im Wohngebiet die erlaubte Höchstgeschwindigkeit nicht eingehalten wird und dass im Bereich der neuen Umfahrungsstraße, in erster Linie in den Nachtstunden, Autorennen stattfinden.“

Gefahr vor Kindergärten und Schulen

Vor allem im Bereich der Volksschulen und Kindergärten stelle die Missachtung der Höchstgeschwindigkeit eine extreme Gefahr für die schwächsten Verkehrsteilnehmer, die Kinder, dar, unterstreicht Halwachs.

3-Stufen-Konzept soll helfen

Aus diesem Grund habe er gemeinsam mit den Bediensteten der Abteilung Infrastruktur ein dreistufiges Konzept erarbeitet, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen. „Leider ist es Tatsache, dass viele Geschwindigkeits-Missachtungen, zum Beispiel in den 30er-Zonen, durch Mitbürger begangen werden, die häufig selbst dort wohnen“, so der ÖVP-Stadtrat: „Im unmittelbaren Wohnbereich empfinden diese es aber als unerträglich, wenn andere sich nicht an die Höchstgeschwindigkeit halten.“

Bewusstsein schaffen und Wir-Gefühl stärken

Für Halwachs ist es daher logisch, die Bürger erst einmal für das Thema Verkehrssicherheit zu sensibilisieren. Das Motto, das es zu vermitteln gilt, lautet: Was du nicht willst, dass man dir tut, das füg auch keinem anderen zu! „Dadurch soll das Bewusstsein geschaffen werden, dass wir alle den Wohnort in Gänserndorf haben und wir alle aufeinander Rücksicht nehmen müssen.“ Wenn es gelinge, das Wir-Gefühl zu erhöhen, wäre ein wichtiger Schritt getan. Um diesen Teil des Konzeptes umzusetzen, wurden Plakate erarbeitet, die im Ortsgebiet aufgestellt werden.

Direkte Gespräche in den "Grätzeln"

Punkt zwei des Plans: ÖVP-Bürgermeister René Lobner, Stadtrat Halwachs, der Straßenplaner sowie die Mitarbeiter der Stadtgemeinde werden mit Anrainern vor Ort das Gespräch suchen. „Da es in Gänserndorf unterschiedliche Anliegen bezüglich der Verkehrssicherheit und Verkehrsplanung gibt, werden wir die Gespräche in den verschiedenen Grätzeln führen“, erklärt Halwachs. Ziel sei es, gemeinsam mit den Bürgern entsprechende Maßnahmen zu erarbeiten.

Der dritte Punkt des Konzeptes ist der laufende Kontakt mit dem Gänserndorfer Bezirkspolizei-Kommando. „Dem Bürgermeister und mir ist es ein Anliegen, dass die Exekutive verstärkt die Einhaltung der Verkehrsvorschriften, vor allem die Einhaltung der Tempolimits, kontrolliert.“

Alle rechtlichen Mittel ausschöpfen

Der Stadtrat abschließend: „Wir werden alle rechtlich möglichen Maßnahmen ausschöpfen, um die Verkehrssicherheit in Gänserndorf zu erhöhen. Dies wird uns auch gelingen.“ Für Raser gebe es in der Bezirkshauptstadt keinen Platz, betont Halwachs.