Erntehelferin fühlte sich in Gänserndorf ausgebeutet. Die Sezonieri-Kampagne für die Rechte der Erntehelferinnen und Erntehelfer in Österreich und die Produktionsgewerkschaft PRO-GE unterstützen eine Rumänin, die sich bei ihrer Arbeit in Niederösterreich ausgebeutet gefühlt hat.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 17. Juni 2020 (07:45)
Symbolbild
APA/Helmut Fohringer

Die Frau hat laut einer Aussendung "unhaltbare Zustände" aufgedeckt. Dabei handle es sich nicht um einen Einzelfall.

"Vier Euro Stundenlohn, 14 Stunden pro Tag, sechs bis sieben Tage Arbeit pro Woche. Das Quartier: bis zu acht Personen in einem Zimmer, Schimmel an den Wänden. Kostenpunkt: vier Euro pro Person und Nacht." So sei es der Rumänin und ihren Landsleuten ergangen, die seit Ende April als Erntearbeiter auf einem Spargelbetrieb im Bezirk Gänserndorf tätig gewesen seien.

Saisonarbeiter würden "Jahr für Jahr unter teils katastrophalen Bedingungen österreichisches Obst und Gemüse ernten", so die Sezonieri-Kampagne und die Gewerkschaft. Die Rumänin habe "die Zustände öffentlich gemacht" und werde nun "darin unterstützt, ihre Rechte geltend zu machen".

"Solche Arbeitsbedingungen sind nicht der Einzelfall, als der sie gerne dargestellt werden", hielt Cordula Fötsch von der Sezonieri-Kampagne in der Aussendung fest. "Immer wieder kommt es in österreichischen Landwirtschaftsbetrieben zu Lohndumping", ergänzte Peter Schleinbach, Bundessekretär für Branchen- und Kollektivvertragspolitik in der PRO-GE. Die Coronakrise habe die Missstände in der Erntearbeit offenbart. Nun müsse sich auch die Politik intensiv damit auseinandersetzen, wie man ein System gestalten könne, das nicht auf Ausbeutung beruhe.