95 neue FF-Chefs im Bezirk Gänserndorf gesucht. Einsatzkräfte rüsten sich für Urnengang. Schicker kandidiert wieder als Bezirkskommandant.

Von Thomas Schindler. Erstellt am 30. Dezember 2020 (05:12)
FF-Bezirkschef Georg Schicker (l.) kandidiert wieder. Sein Vize Robert Jobst (r.) tritt altersbedingt nicht mehr an. Bildmitte: FF-Bezirkssprecher Gerhard Hotzy.
Schindler

Nach fünf Jahren ist es wieder so weit: Im Jänner wählen die Freiwilligen Feuerwehren in NÖ neue Chefs und Stellvertreter. Im Bezirk Gänserndorf wird in 95 Wehren zur Wahlurne geschritten, davon in vier Betriebsfeuerwehren (Müllverbrennung Zistersdorf, Zuckerfabrik Leopoldsdorf, Austria Frost Groß-Enzersdorf und Takeda Orth).

Nur in der Betriebsfeuerwehr der Gänserndorfer OMV wird nicht gewählt, dort arbeiten nämlich hauptberufliche Einsatzkräfte – somit wird die Führung auch von der Konzernleitung bestimmt. Auch in der Betriebsfeuerwehr der ehemaligen Zuckerfabrik in Hohenau wird nicht gewählt, weil diese derzeit aufgelöst wird.

„Da würde ich bis zum Umfallen rennen, damit dies nicht passiert.“ FF-Bezirkschef Georg Schicker über die mögliche Auflösung einer Ortsfeuerwehr

Rund 4.300 aktive Kameraden zwischen 15 und 65 Jahren sowie etwa 1.080 nichtaktive Reservisten über 65 Jahre gibt es im Bezirk – sie alle sind wahlberechtigt. Die ca. 390 Mitglieder der Feuerwehrjugend bis 15 Jahre hingegen haben kein Stimmrecht.

„Viele unserer Ortswehren wählen am 6. Jänner. Ende Februar finden dann die Wahlen der Abschnitts-Kommandanten bzw. Unterabschnitts-Kommandanten und die Wahl der Bezirksfeuerwehr-Chefs statt“, erklärt Gerhard Hotzy, Sprecher der Gänserndorfer Bezirksfeuerwehr, den Ablauf. Übrigens: Die Verwalter, die neben dem Kommandanten und dessen Stellvertreter das Führungstrio komplettieren, werden nicht gewählt, sondern bestimmt.

Der voraussichtlich künftige FF-Vizebezirksschef Markus Unger ist auch Schiffsführerausbilder.
privat

Die vier Abschnitts-Kommandanten des Bezirks – Eduard Kammerer (Zistersdorf), Reinhard Schuller (Gänserndorf), Leopold Sabeditsch (Marchegg) und Markus Roskopf (Groß-Enzersdorf) – treten laut FF-Bezirkschef Georg Schicker erneut an. Schicker selbst steigt ebenso wieder in den Ring: „Aber zum letzten Mal, weil ich jetzt 55 bin und die übernächste Periode altersbedingt nicht mehr bis zum Ende machen könnte.“

Schickers Stellvertreter Robert Jobst (62) kandidiert jetzt schon nicht mehr. Statt ihm wird Markus Unger (38) aus Mannsdorf antreten. Schicker: „Auch in den Kommandos der einzelnen Ortsfeuerwehren wird sich einiges ändern. Manche Kommandanten werden aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters aufhören, andere, weil bei ihnen die Luft draußen ist und sie den Jungen das Ruder übergeben wollen, was natürlich gut ist.“

Namen will der oberste Floriani des Bezirks keine nennen, weil er niemanden vor den Kopf stoßen möchte: „Alle, die aufhören, haben wertvolle Arbeit geleistet. Ihnen gilt unser Dank.“ Wird sich vielleicht auch eine Ortsfeuerwehr auflösen? „Nein. Da würde ich bis zum Umfallen rennen, damit dies nicht passiert.“ Es sei extrem wichtig, dass es in jeder Ortschaft eine Wehr gibt – nur so könne die Qualität des freiwilligen Feuerwehrwesens aufrecht erhalten bleiben, betont Schicker.

Er selbst arbeite übrigens 40 Stunden pro Woche für die FF – als selbstständiger Unternehmer sei dies zeitlich möglich ...