Gänserndorfer Gym-Umbau: Noch immer fehlt Unterschrift. Ministerium lässt sich mit Mietvertrag Zeit. Im Hintergrund laufen aber bereits erste Arbeiten.

Von Thomas Schindler. Erstellt am 29. April 2020 (05:52)
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Das in die Jahre gekommene Schulgebäude in der Gärtnergasse: Noch sieht man nicht viel von den Renovierungsarbeiten. Im Frühjahr 2022 soll das Bauprojekt abgeschlossen sein.
Mattes

Eigentlich hätte im vergangenen Herbst mit der Generalsanierung und Erweiterung des Konrad Lorenz Gymnasiums begonnen werden sollen ( die NÖN berichtete, siehe hier und unten). Dann kamen aber die Ibiza-Affäre sowie das Platzen der schwarz-blauen Bundesregierung dazwischen und nun die Coronakrise.

Was dies alles mit dem Gänserndorfer Gym zu tun hat? Viel, denn bis heute fehlt eine wichtige Unterschrift des zuständigen Ministeriums beim Mietvertrag.

Direktorin: „Halbes Jahr wäre kein großes Drama“

Schuldirektorin Eva Zillinger nahm die Verzögerung schon vor dem Jahreswechsel gelassen: „Dann bleiben wir halt ein halbes Jahr länger im derzeitigen Containerdorf am Hafergrubenweg – das wäre kein großes Drama.“

Auch die BIG (Bundesimmobilien-Gesellschaft), sie ist die Besitzerin des Schulgebäudes, sah keinen Grund zur Panik. Dort hieß es, dass es bei solch großen Bauprojekten durchaus zu Verzögerungen in der Vertragsverhandlungs-Phase kommen könne, dies sei nichts Außergewöhnliches.

Außerdem seien bereits diverse Vorarbeiten am gemeinsamen Vorplatz der Schule und dem neuen Regionalbad durchgeführt worden. Wann der Mietvertrag zwischen dem Bildungsministerium und der BIG unterschriftsreif ist, weiß niemand.

VP-Bürgermeister René Lobner zeigt sich gegenüber der NÖN zuversichtlich: „Die Unterschrift soll demnächst erfolgen.“
Schindler

VP-Bürgermeister René Lobner fragte selbst vor wenigen Tagen bei der BIG nach: „Dort versicherte man mir, dass alles auf Schiene ist und die Unterschrift noch im Frühjahr erfolgen soll.“

Der Stadtchef zeigt sich somit zuversichtlich: „Man darf auch nicht vergessen, dass am Gelände bereits diverse Demontage-Arbeiten durchgeführt wurden – auch ohne Unterschrift.“ Die BIG ging zuletzt von einer Fertigstellung im Frühjahr 2022 aus – ein halbes Jahr später als ursprünglich geplant.

Zur Erinnerung: Das in die Jahre gekommene Gymnasium in der Gärtnergasse wird nicht nur renoviert und umgebaut, sondern auch erweitert. Die Kosten für das Mega-Projekt: 20 Millionen Euro. Während der Bauzeit sind die etwa 900 Schüler und rund 100 Lehrer in einer 300 Container umfassenden Anlage am Hafergrubenweg untergebracht.

Neubau wird über alle Geschoße mit Bestand verbunden

Die Pläne im Detail: Während das Hauptgebäude und die beiden Turnsäle bestehen bleiben und generalsaniert werden, werden die drei dazwischenliegenden eingeschoßigen Klassentrakte abgerissen und durch einen dreigeschoßigen Neubau ersetzt. Hier sollen künftig 40 Klassenräume (derzeit 28) mit vielen dezentralen Pausenflächen untergebracht sein. Auch ein Mehrzweckraum, die Nachmittagsbetreuung, der Speisebereich und die Bibliothek finden im Neubau Platz.

Jene Gebäude, die bestehen bleiben, werden nach der Renovierung kaum vom Neubau zu unterscheiden sein. Weiters werden alle Oberflächen sowie Sanitäreinrichtungen erneuert und die Turnsäle saniert. Der Neubau wird über alle Geschoße mit dem Bestand verbunden. Auch der Zugang zum Gymnasium wird neu gestaltet.