Ärger über anonyme Anzeige gegen Wirtsehepaar . Wirtsehepaar Rauch wohnt in seiner Gaststätte in Weikendorf und wurde von einem Unbekannten zu Unrecht vernadert.

Von Ernst Spet. Erstellt am 05. Februar 2021 (04:01)
Nina und Ferdinand Rauch wurden von der Polizei kontrolliert, weil ein anonymer „Gesetzeshüter“ behauptete, in ihrem Wirtshaus würde trotz Lockdowns ausgeschenkt.
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„Bereits seit der Einführung der Registrierkassenpflicht und des allgemeinen Rauchverbots in den heimischen Gasthausstuben wird die heimische Gastronomie mit den Füßen getreten“, ärgert sich Wirt Ferdinand Rauch. Dazu gesellte sich im Frühjahr 2020 auch noch die Corona-Pandemie. Viele Gastronomen mussten und viele weitere werden in den nächsten Monaten noch ihre Wirtsstuben für immer zusperren. Bei denen, die trotz aller Widrigkeiten weitermachen, kommen oftmals noch ganz andere Probleme dazu.

So auch bei Nina und Ferdinand Rauch vom Gasthaus „Nina“ in Weikendorf. Am Freitagabend gegen 20 Uhr wurde der Wirt, der sich gerade unter der Dusche befand, von vier Polizisten aufgesucht. Grund dafür war eine anonyme Anzeige wegen „verbotener Ausschank“. „Die vier Beamten machten nur vorschriftsmäßig ihre Arbeit“, so Ferdinand Rauch im Gespräch mit der NÖN. Alle Räumlichkeiten des geräumigen Wirtshauses wurden durchsucht, kein einziger Gast wurde angetroffen.

Rauch versicherte den Polizisten, dass er garantiert keine Getränke ausgeschenkt habe. Die Beamten verließen nach der Amtshandlung wieder das Wirtshaus. Von einer Anzeige wurde natürlich Abstand genommen.

Das Wirtspaar zeigt sich enttäuscht über die Boshaftigkeit des anonymen Anzeigers. Nina Rauch zur NÖN: „Wir wohnen im hinteren Teil des Gasthauses, die Wirtshausstube ist sozusagen unser Wohnzimmer. Da brennt den ganzen Tag das Licht und irgendjemand von der Familie befindet sich immer dort.“ Da könne es schon einmal vorkommen, dass die Enkelkinder für die Schule lernen.

„Vernadern steht auf der Tagesordnung“

„Wir kochen ja jeden Tag, da wir Take-away anbieten und unsere Speisen auch zustellen“, berichtet Rauch weiter. Und: „Wir haben seit fast einem Jahr kaum Umsätze – und dann das noch. Es ist schlimm, wie das Vernadern in letzter Zeit überhandnimmt. Das macht mich traurig.“

Tags darauf wurden die Wirtsleute abermals von zwei Polizisten aufgesucht, die kontrollieren wollten, ob auch wirklich alle Regeln eingehalten würden.

Übrigens: Schon kurz nach dem ersten Lockdown im Vorjahr erreichte die NÖN-Redaktion ein anonymes E-Mail, in dem sich ein Bürger darüber beschwerte, dass in einem Keller in Weikendorf Mitglieder des örtlichen Musikvereins proben und darüber unbedingt berichtet werden müsse, obwohl das zu diesem Zeitpunkt bereits wieder offiziell erlaubt war.