SP-Bauern mit Appell an Konsumenten. Ernst Wagendristel hofft angesichts des Fipronil-Skandals auf ein Umdenken zur heimischen Landwirtschaftsqualität. Auch Donauwasser zur Bewässerung sei eine gute Idee.

Von Stefan Havranek. Erstellt am 26. August 2017 (05:42)
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SP-Bauer Ernst Wagendristel aus Weikendorf hat ein Herz für kleine Betriebe.
Havranek

Ernst Wagendristel ist seit zwei Monaten stellvertretender Landesvorsitzender der SP-Bauern in Niederösterreich. Seine Fraktion schaffte bei der jüngsten Kammerwahl den Einzug zwar ganz knapp (laut Wagendristel um 60 Stimmen) nicht, trotzdem strotzt er vor Energie und Engagement, um seine Klientel und deren Anliegen zu vertreten.

„Wir (die SP-Bauern, Anm.) stellen seit Jahren schon die heimischen kleinstrukturierten, bäuerlichen und direktvermarktenden Betriebe in den Vordergrund“, positioniert sich der Weikendorfer: „Der Erhalt des ländlichen Raums ist für die SP ein wichtiger Faktor. Das sieht man daran, dass wir auch nach dem Verpassen des Einzugs in die Kammer unterstützt werden, denn eigentlich kosten die SP-Bauern der Partei nur Geld.“

Ein zentrales Thema sind Rekord-Hitze und Trockenheit: „Es ist wichtig und gut, dass die Bauern bewässern und somit die Ernteverluste in Grenzen halten können. Deswegen unterstütze ich auch die Forderungen von Landwirtschaftskammer-Präsident Hermann Schultes, der Donauwasser für die Bewässerung verfügbar machen will.“ Aber: Man müsse auch bedenken, dass künstliche Beregnung mit hohen Kosten verbunden sei. Wagendristel rechnet vor: „Ein 5 Hektar großes Rübenfeld zu bewässern, kostet etwa 400 Euro – allein der Treibstoff.“ Deswegen begrüßt er Projekte wie in Weikendorf und Umgebung, die eine Elektrifizierung der Feldbrunnen vorantreiben.

„AGES ist Garant für gesunde Lebensmittel“

Im Zusammenhang mit dem Skandal um das Insektizid Fipronil in Eiern appelliert er an die Konsumenten: „Die Lebensmittelkontrolle AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit, Anm.) ist ein Garant dafür, dass gesunde Lebensmittel in Österreich zur Verfügung stehen. Die heimische Landwirtschaft braucht aber Partner, die die Produkte schätzen, verarbeiten und vertreiben, und vor allem Vertrauen der heimischen Konsumenten.“

Zum Thema Fipronil erklärt Wagendristel: „Das Nervengift, mit dem sonst Hunde oder Katzen gegen Flöhe, Läuse und Milben behandelt werden, gelangt über das Futter in die Hühner und von dort in die Eier.“ Deswegen sei es wichtig, auch hier bewusst einzukaufen: „Und am besten von heimischen Bauern.“ Es gebe zahlreiche auch sehr kleine Betriebe, bei denen man bedenkenlos Eier kaufen kann.

Beispielhaft führt er die Bio-Bäuerin Caroline Angst aus Weikendorf an: „Ihre Hühner leben in einem mobilen Stall, der immer einen Auslauf bietet und von einer saftigen, frischen Wiese zur nächsten transportiert wird. Aber die Rahmenbedingungen sind für viele heimische Bauern eine Herausforderung.“