Zugstation-Debatte: Jetzt liegt der Fokus auf Bus. VP-Ortschef bemüht, gute öffentliche Anbindung zu gewährleisten.

Von Stefan Havranek und Natascha Steiger. Erstellt am 03. August 2019 (04:37)
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Links: SP-Gemeinderat Ernst Wagendristel zeigt sich besorgt bezüglich der Auswirkungen auf Grundstückspreise.; Rechts: Für VP-Bürgermeister Johann Zimmermann ist eine gute Anbindung weiterhin wichtig.
NÖN

Nachdem es heftige Kritik seitens der Grünen bezüglich der geplanten Stilllegung des Weikendorfer Bahnhofes hagelte ( die NÖN berichtete) , nimmt nun auch SP-Gemeinderat Ernst Wagendristel Stellung. Wie bereits die Bundesbahnen begründet auch er die Auflassung der Station mit einer zu geringen Frequenz an Bahnkunden, die laut ÖBB bei 25 Personen pro Tag liegt: „Offensichtlich war die Zahl der Pendler am Bahnhof zu gering. Das führt natürlich jetzt, wo die Schließung droht, zu einem Aufschrei. Es muss aber gesagt werden, wenn mehr Weikendorfer die Bahn nützen würden, wäre es nicht zu dieser Situation gekommen.“

Wagendristel verweist außerdem auf die Auswirkungen einer solchen Bahnhofs-Schließung auf die Gemeinde und deren Bewohner: „Der Wert von Liegenschaften hängt oft mit der Anbindung an das öffentliche Verkehrssystem zusammen. Gibt es keinen Bahnhof mehr, fallen auch die Preise für die Gründe und Häuser sind plötzlich weniger wert.“ Das könne auch Auswirkungen auf Kredite oder den Gegenwert der Häuser als Sicherheiten bei Krediten haben, so Wagendristel.

VP-Bürgermeister Johann Zimmermann wisse über die geringe Anzahl der Fahrgäste ebenfalls Bescheid und verweist auf die schon vor etwa 15 Jahren geplante Schließung der Haltestelle. Zimmermann, der damals eine Stilllegung verhindern konnte, wurde jedoch schon damals bewusst gemacht, dass die Erhaltung des Bahnhofs längstens bis zur Elektrifizierung der Strecke möglich sein wird.

VP-Ortschef setzt auf besseres Busangebot

Da dem Ortschef eine gute Anbindung sowie attraktive Alternativen zum Individualverkehr wichtig seien, laufen derzeit mit dem Verkehrsverbund Ost-Region Verhandlungen zur Optimierung des Busangebots. Auch der Ortsteil Stripfing, der über keine eigene Bahnstation verfügt, soll dabei miteinbezogen werden.

Florian Krumböck, Pressesprecher von VP-Landesrat Ludwig Schleritzko, erklärt: „Zukünftig wird es ein Angebot geben, das die derzeitigen Betriebszeiten (5 bis 21 Uhr) und das Fahrtenangebot (Hauptverkehrszeit 60 Minuten und Nebenverkehrszeiten 120 Minuten) der Bahn mit einer entsprechenden Verbindung von und nach Gänserndorf abdeckt. Die Gemeinde wird daher zukünftig im Wesentlichen von zwei Regionalbus-Linien erschlossen.“

„Wichtig ist außerdem zu betonen, dass die Haltestelle Weikendorf-Dörfles an der Nordbahnstrecke weiterhin erhalten bleibt“, so Krumböck, der abschließend darauf hinweist, dass die Entscheidung, die Haltestelle ab Ende 2020 nicht mehr zu bedienen, „im alleinigen Kompetenzbereich der ÖBB bzw. des Bundes liegt“. Seitens des Landes habe man diese Entscheidung zur Kenntnis genommen und sich mit Lösungen – wie eben der Verbesserung der Busverbindung – auseinandergesetzt.