Randlagen haben Nachsehen. Große Unterschiede in NÖ: Weinviertel liegt österreichweit auf letztem Platz, südlicher Speckgürtel Wiens floriert.

Von Nina Wieneritsch. Erstellt am 16. Dezember 2017 (04:37)
Mit einem Bruttoregionalprodukt von 27.200 e pro Einwohner ist das Weinviertel die schlechteste aller österreichischen NUTS-3-Regionen.
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Erneut rangiert das Weinviertel, was die Wirtschaftsleistung betrifft, ganz unten – nämlich auf Platz 35 von 35. Zu diesem Ergebnis kam die Analyse der sogenannten NUTS-3-Regionen seitens der Statistik Austria für das Jahr 2015, die nun veröffentlicht wurde. Während vor allem der südliche Speckgürtel Wiens Bruttoregionalprodukte über 45.000 Euro pro Einwohner aufweist, sind es im Weinviertel gerade einmal 21.000 Euro.

Ein wenig besser sieht es im Wiener Umland Nord aus, zu dem der Bezirk Gänserndorf zählt: Hier liegt das BRP pro Einwohner bei 27.200 Euro und damit circa auf dem gleichen Niveau wie etwa das Waldviertel. 116.600 Erwerbstätige zählt diese Region und damit deutlich mehr als das Weinviertel, das zuletzt bei 40.900 hielt. Der Zuwachs an Erwerbstätigen betrug hier auch gerade einmal 0,1 Prozent im Vergleich zum Jahr davor, während man sich NÖ-weit über eine Steigerung von immerhin 1,5 Prozent freut.

Wien als Ausnahme

Gründe für die recht schlechte Wirtschaftsleistung hier seien einerseits die periphere Lage, andererseits die Tatsache, dass das Weinviertel – typisch für Regionen auf den unteren Rängen – kaum Spezialisierung aufweist.

Statistik-Austria-Volkswirtschaft-Expertin Kerstin Gruber erklärt: „Solche Regionen weisen keine charakteristischen Branchen auf und sind zudem typische Auspendel-Gebiete.“ Nachsatz: „Betrachtet man ganz Österreich, zeigen sich typische West-Ost- sowie Stadt-Land-Gefälle.“ Eine Ausnahme ist Wien.