Versteigerung gipfelte in Streit wegen Geräten. Nach Zwangsversteigerung eines Teils einer Liegenschaft im südlichen Weinviertel kam es zum Konflikt mit dem neuen Eigentümer.

Von Christian Pfeiffer. Erstellt am 08. September 2021 (05:35)
Zwangsversteigerung
Nach einer Zwangsversteigerung entspann sich ein Gerichtsstreit darüber, wem die Güter, die sich auf der Liegenschaft befinden, gehören.
Shutterstock/ Burdun Iliya

Im Jahr 2019 musste ein 48-jähriger – durchaus gerichtsbekannter – Landwirt die Zwangsversteigerung eines Teils seiner Liegenschaften gewärtigen. Als Schnäppchen ersteigerte damals ein 35-jähriger Facharbeiter ein kleines Anwesen im Südlichen Weinviertel mit Stadeln und Feld.

Die juristische Frage und das Problem des zweifachen Vaters, der für seine Familie ein schönes Häuschen gesucht hatte, entzündet sich an der Frage: Was gehört einem nach einer Versteigerung?

Der Landwirt legte Rechtsmittel gegen die Zwangsversteigerung ein, was dem Käufer zwar bekannt war, aber sonst passierte über ein Jahr nichts – und zwar mit dem Alteisen und „anderem Klumpert“, wie es Verteidiger Wolfgang Bernt ausdrückte, das sich in den erworbenen Stadeln stapelte.

Der 48-Jährige räumte die Stadeln aber nicht, „weil ich krieg’s eh wieder zurück“. Das Verfahren ist inzwischen am Obersten Gerichtshof anhängig und eine Entscheidung noch ausständig.

„Er war schlampert, er wollt sich nicht bereichern.“
Strafverteidiger Wolfgang Bernt

Der 35-Jährige begann, in dieser Zeit auszumisten und verkaufte im Zuge dessen auch ein Schneidwerk für einen Mähdrescher, was für das Verfahren am wesentlichsten war. Dieses hätte er keineswegs tun dürfen, plädierte Bernt für seinen Mandanten: „Er war schlampert, er wollt sich nicht bereichern.“

Nur weil man Haus und Liegenschaft erwirbt, gehört einem nicht automatisch alles, was sich auf der Liegenschaft befindet, klärte Richter Martin Bodner den Angeklagten über das auf, was er auch in den Unterlagen der Versteigerung hätte nachlesen können.

Käufer zeigten sich kooperativ

Bisher konnte bereits alles, was der Landwirt retour verlangte, zurückgegeben werden. Auch im Fall des Schneidwerks zeigt sich der Käufer kooperativ, das „Geschäft“ rückabzuwickeln, so dass Bodner dem 35-Jährigen in Form einer Diversion eine Rückgabe innerhalb von drei Monaten setzte.

Darüber hinaus hat der Mann für seine Unbedachtheit 1.000 Euro Geldbuße und 150 Euro pauschale Gerichtskosten zu entrichten. Ob ihm letztlich das erworbene Anwesen gehört, bleibt eine offene Frage.