Soziale Kontakte: Laptops für Senioren. Einrichtungen stehen vor der Herausforderung, soziale Kontakte aufrecht zu erhalten und Bewohner vor Infektion zu schützen.

Von Manuel Mattes, Herwig Mohsburger, Michael Pfabigan und Christoph Reiterer. Erstellt am 08. April 2020 (05:37)
Laptops und Handys ermöglichen es den Senioren in Stockerau, ihre Lieben nicht nur zu hören, sondern auch zusehen.
Stadtgemeinde Stockerau

Besuche sind in den Pflegeheimen untersagt; damit die Bewohner dennoch Kontakt zur Außenwelt halten können, setzen einige Heime auf Neue Medien.

„Wir haben vier Webcams und Laptops organisiert, nun sind Unterhaltungen via Skype möglich“, erzählt Direktor Markus Griebl vom Pflegeheim der Stadtgemeinde Stockerau. Unterstützt werden die Heimbewohner dabei von den Zivildienern, die sich mit der Technik sehr gut auskennen.

Live-Kontakte sollen Situation entspannen

Dass Kontakt derzeit nur übers Fenster oder per Telefon möglich ist, sei für alle Beteiligten eine große Belastung, bestätigt auch Direktor Horst Winkler vom Pflege- und Betreuungszentrum (PBZ) Retz.

Manche Klienten wurden vor der Coronakrise täglich von ihren Partnern besucht. Als kleine Abhilfe stellt das PBZ Retz ab kommender Woche nun Tablets zur Videotelefonie zur Verfügung. „Das soll die angespannte Situation etwas entspannen, wenn man sich live erleben kann“, erklärt Winkler.

Für die Maßnahme des bundesweiten Besuchsverbots von Heimen herrsche „überwiegend Verständnis“, sagt Direktor Ludwig Schweng vom Pflege- und Betreuungszentrum Zistersdorf. „Natürlich haben viele Bewohner Sorgen, aber es gelingt uns gut, Sicherheit zu vermitteln“, erzählt er.

In den Heimen bemüht man sich um den größtmöglichen Schutz, sowohl was das Pflegepersonal als auch die Schutzausrüstung betrifft. Im Pflege- und Betreuungszentrum Mistelbach wurden zwei Zimmer freigemacht und zu Einzelzimmern.

„In die kommen Neuzugänge in Quarantäne“, erklärt Direktor Klaus Pavlecka. Zeigen sie 14 Tage keine Symptome, kommen sie in ihre regulären Zimmer. „Jeder Neuzugang wird zuerst behandelt, als hätte er Symptome“, so der Heimleiter.

In Stockerau ist man gut mit Schutzausrüstung versorgt, Masken und Handschuhe gibt es vom angrenzenden Spital. Eng wird es allerdings mit den Desinfektionsmitteln, „die sind momentan höchstes Gut!“, berichtet Griebl, der allerdings schon Nachschub organisiert hat. „Uns ist bewusst, dass wir es mit Hochrisikopersonen zu tun haben,“ so Pavlecka. Mittels einer Schleuse, bei der jeder Mitarbeiter bei Dienstantritt Fieber messen muss, soll die Ansteckungsgefahr minimiert werden.