Weiter Streit um Zufahrt. Verkehr / Hotelier fordert nach wie vor, die Einbahn in der Meierhofgasse aufzulassen, damit seine Autobusse mit Gästen ohne Umwege ans Ziel kommen. Gemeinde lehnt ab.

Von Thomas Schindler. Erstellt am 17. Juni 2014 (09:47)
NOEN, privat
VP-Verkehrsstadtrat Klaus Chwatal: „Wir können nicht alle Straßen in der Stadt umdrehen, nur damit der Herr Duch zufrieden ist.“

Hotelier Eduard Duch lässt nicht locker. Wie die NÖN berichtete, fordert der Unternehmer eine bessere Zufahrtsmöglichkeit zu seiner Bettenburg. Dafür müsste laut Duch nur ein Teil der jetzigen Einbahnstraße Meierhofgasse zu einer Gegenverkehrsstraße umgestaltet werden. Die Gemeinde winkt aber nach wie vor ab.

Das Problem im Detail: Der Unternehmer bräuchte eine 76 Meter lange Zufahrt von der Hauptstraße in die Meierhofgasse, damit seine Autobusse mit den Hotelgästen nicht einen 2,2 Kilometer langen Umweg fahren müssen, um zum Parkplatz zu gelangen. „Jetzt fahren sie mit der Kirche ums Kreuz, weil es keine andere Möglichkeit gibt“, ärgert sich Duch.

Dass die Gemeinde seinem Wunsch nicht nachkommt, kann der Hotelier einfach nicht nachvollziehen: „Die Meierhofgasse ist breit genug, um eine Gegenfahrbahn einzurichten. Da spricht überhaupt nichts dagegen.“ Auch das Argument der Verkehrsplaner, dass man dann vom Schlossplatz nur noch über die Schlossgasse abfahren könnte und diese dadurch belastet werden würde, lässt Duch nicht gelten: „Man könnte über die Meierhofgasse und die Hinterlanggasse abfahren. Die Schlossgasse würde also nicht belastet, sondern entlastet werden.“

„Können nicht einfach die Einbahn auflassen“ 

ÖVP-Verkehrsstadtrat Klaus Chwatal sieht dies anders: „Das Thema wurde bereits zweimal im Bauausschuss behandelt. Wir können nicht einfach die jetzige Einbahnregelung in der Meierhofstraße ändern. Das hätte einen massiven Einfluss auf die Verkehrsströme und würde sich auf den Bereich bei der Volks- und Hauptschule auswirken.“

Chwatal verärgert: „Wir können nicht alle Straßen in der Stadt umdrehen, nur damit der Herr Duch zufrieden ist. Das Land hat uns bei unserer Entscheidung auch recht gegeben. Für die Gemeinde ist die Sache erledigt. Mehr will ich dazu jetzt auch nicht mehr sagen.“

"Andere Gemeinden würden sich alle zehn Finger ablecken"

Duch fühlt sich grundsätzlich von der Gemeindeführung im Stich gelassen: „Ich habe mein Hotel nun auf 85 Zimmer mit insgesamt 160 Betten vergrößert. Hier arbeiten sieben Angestellte, in meiner Gastrogeräte-Firma sind es neun. Andere Gemeinden würden sich alle zehn Finger ablecken, wenn sie solche Unternehmen hätten.“

Durch sein Hotel, das nur Frühstück anbietet, würden auch alle anderen Gastronomiebetriebe in der Stadt profitieren. „Die 20.000 Nächtigungen in meinem Hotel pro Jahr sind der Gemeindeführung offenbar egal.“