Blackout-Risiko: Bezirk Gänserndorf rüstet auf

In der Region laufen die Vorbereitungen für einen möglichen großen Stromausfall.

Erstellt am 03. November 2021 | 04:59
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Martin Stadlbacher vom Roten Kreuz Gänserndorf möchte nichts dem Zufall überlassen und hat bereits einen Vorrat für einen möglichen Blackout angelegt.
Foto: Stadlbacher

Immer öfter warnen Experten vor der Gefahr eines möglichen Blackouts, eines flächendeckenden Stromausfalls, der Infrastruktur und der Versorgung. Dieses – leider nur allzu realistische – Katastrophenszenario beschäftigt auch die Einsatzkräfte und den Zivilschutzverband des Bezirks.

Alfons Weiss, der oberste Zivilschutzbeauftragte für den Bezirk Gänserndorf, betont die Wichtigkeit der individuellen Vorbereitung der einzelnen Gemeinden. „Wichtig ist, dass die Gemeinden im Ernstfall möglichst schnell einsatzbereit sind, damit die Grundversorgung und die Sicherheit der Bevölkerung aufrechterhalten werden können.“

Nach dem Subsidiaritätsprinzip sollen alle Aufgaben und Vorbereitungen so gut wie möglich von den untersten Ebenen wahrgenommen werden. Der Zivilschutzverband, zusammen mit dem Bezirksfeuerwehrkommando (BFKDO), arbeitet daher mit Gänserndorfs Gemeinden zusammen und unterstützt sie bei der Ausarbeitung ihrer jeweiligen Katastrophenpläne. Für die ersten 24 Stunden eines Blackouts hat der Zivilschutzverband einen mehrphasigen Plan erarbeitet. In den ersten beiden Stunden ist es oberste Priorität, Familien zusammenzubringen.

Die darrauffolgenden sechs Stunden dienen dazu, einen Essensvorrat sicherzustellen und vor allem pflegebedürftige Menschen und Kinder zu versorgen. In den ersten 24 Stunden sollen nach Möglichkeit auch noch Notquartiere für pflegebedürftige Personen gefunden werden.

„Leuchttürme“ sollen bei Blackout helfen

In jeder Gemeinde soll es eine Anlaufstelle geben, die 24 Stunden am Tag besetzt ist. Das BFKDO hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, Feuerwehrhäuser mit Notstromschaltungen auszustatten, um sie im Falle eines Blackouts weiter betreiben zu können. In diesen „Leuchttürmen“ soll es eine Notversorgung für Kinder oder hilfsbedürftige Personen geben.

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Markus Unger, stellvertretender Bezirksfeuerwehrkommandant.
BFKDO

Außerdem sollen von dort aus auch Notrufe an das Rote Kreuz weitergegeben werden. Markus Unger vom BFKDO Gänserndorf spricht über die Schwierigkeit der mangelnden Kommunikationsmöglichkeiten während eines Blackouts: „Das Bezirksfeuerwehrkommando arbeitet derzeit daran, ein Kommunikationsnetz aufzubauen, das im Ernstfall Gespräche zwischen den Feuerwehrhäusern und auch mit anderen Organisationen – wie dem Roten Kreuz – ermöglichen soll.“

Im November wird es aus diesem Anlass auch ein Treffen zwischen dem BFKDO, der BH, der Polizei, dem Roten Kreuz, der Feuerwehr, dem Bundesheer und den Amateurfunkern in Gänserndorf geben. Dort werden die einzelnen Organisationen besprechen, wie sie die ihnen zur Verfügung stehenden Kommunikationsmittel auch während eines Blackouts bestmöglich nützen können, um sich zu verständigen.

Auch die Versorgung der wichtigen Einrichtungen, wie etwa der Krankenhäuser, wird bei einem Blackout zum Problem, da die Notstandsversorgungen dieser Gebäude meist nicht länger als drei Tage anhalten. Das Wasserwerk in Gänserndorf ist ebenfalls mit einer Notstandsversorgung ausgestattet, damit es bei einem Blackout in Betrieb bleiben kann.

Weiss schreibt auch dem Bürgermeister eine wichtige Rolle in dieser Krisensituation zu. „Bei jedem Katastrophenfall entscheidet zuerst der Bürgermeister, ob ein Gemeindeführungsstab einberufen wird, der dann über das weitere Vorgehen befindet.“

Für Weiss ist die Vorbereitung der einzelnen Personen und Haushalte aber ebenso wichtig wie die der Einsatzorganisationen. „Entscheidend ist, dass die Bevölkerung sich selbst auf den Ernstfall vorbereitet. Optimalerweise sollte jeder Haushalt immer Essens- und Trinkvorräte für mindestens drei oder vier Tage zuhause haben.“

Martin Stadlbacher vom Roten Kreuz Gänserndorf hat sich diese Empfehlung zu Herzen genommen und einen eigenen Vorrat daheim angelegt. Dieser umfasst nicht nur Konservendosen, Wasserflaschen und Reis, sondern auch ein Akkupack mit Solarpanel, Kerzen, eine feuersichere Laterne, zwei Gaskartuschen und einen kleinen Gaskocher.

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