Pkw-Lenker stritt mit Radler. Pedalritter fühlte sich genötigt und warf Polizei Untätigkeit vor. Diese sieht den Vorfall ganz anders.

Von Robert Knotz. Erstellt am 02. August 2019 (05:28)
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Ein Pkw-Lenker soll einen Radfahrer, der am Gehweg gefahren war, gestoppt und genötigt haben.
Symbolfoto: Shutterstock/Drop of Light

Ein Radfahrer (Name der Redaktion bekannt), der vergangene Woche auf dem Gehsteig entlang der B8 fuhr, soll von einem Pkw-Lenker geschnitten und genötigt worden sein. „Der Autolenker fuhr seinen BMW auf das abgeschrägte Trottoir, riss die Tür auf und stoppte mich. Er wies mich in äußerst unfreundlichem Ton darauf hin, dass der Gehsteig nicht mit dem Rad befahren werden darf“, so der geschockte Mann.

Ein junges Mädchen, das kurz danach mit dem Rad vorbeifahren wollte, soll von dem Autofahrer ebenfalls am Weiterfahren gehindert worden sein. Der Radfahrer verständigte daraufhin die Polizei. Die Beamten der Polizei-Inspektion Deutsch-Wagram sollen sich den Sachverhalt angehört, jedoch nicht zu Protokoll genommen haben, da keine der beteiligten Personen körperlichen Schaden genommen hätte. Schließlich fuhren die beiden Radler weiter.

Radfahrer spricht von Selbstjustiz

„Wieso duldet die Polizei die Selbstjustiz des Autofahrers? Wieso darf dieser ungestraft auf den Gehsteig auffahren, fremdes Eigentum berühren und Radfahrer zum Stehenbleiben nötigen?“, fragt der Mann. Polizei-Chefinspektor Gerald Reichl ging der Sache auf den Grund: „Den Beamten ist nur ein solcher Vorfall bekannt: Ein BMW-Lenker wollte mit einem Anhänger – den Gehsteig querend – in eine Hauseinfahrt fahren und das dauerte halt eine gewisse Zeit. Der Radler musste wegen des Pkw-Lenkers anhalten und soll sich dadurch provoziert gefühlt haben. Der Autofahrer ließ das nicht auf sich sitzen und machte ihn auf das Radfahrverbot auf dem Gehsteig aufmerksam.“

Der Drahteselbenützer kann sich laut Reichl jederzeit offiziell (telefonisch, E-Mail) beschweren. Dann allerdings würde der Fall neu aufgerollt und alle Beteiligten, die sich etwas zu Schulden kommen ließen, würden zur Verantwortung gezogen.