Groß-Enzersdorf: Service läuft weiter gut. Mittlerweile gibt es zwei neue Corona-Positive in Groß-Enzersdorf, aber auch eine erfreuliche Neuigkeit: Der erste Stadtler Corona-Patient ist wieder gesund.

Von Ulla Kremsmayer. Erstellt am 10. April 2020 (05:18)
SP-Bürgermeisterin Monika Obereigner-Sivec (2.v.l.) hilft am Samstagabend bei der Warenausgabe bei der Tafel beim Roten Kreuz: Viele ältere Damen sind als Teil der Risikogruppen ausgefallen, „Jetzt helfe ich aus, ich hab ja keine Abendtermine mehr.“
Lentsch/Paulhart

SP-Bürgermeisterin Monika Obereigner-Sivec hat weniger Termine, ist aber rundum angespannt. „Haben wir alles (richtig) gemacht, was wir können? Was wird noch kommen – und was kommt danach?“ Fragen, die sich auch in die Nächte eingravieren.

Doch die Servicestelle im Rathaus läuft weiter gut, die Bauarbeiten an der Volksschule wurden wieder aufgenommen. Es beginnt der Frühjahrsputz.

Die Stadt hat eine Info-App eingerichtet, die registrierte Bürger direkt benachrichtigt. Demnächst wird ein Flyer herauskommen, der über Angebote der Gemeinde und deren Unternehmer informiert.

„Es gibt ein schönes Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Betriebe in der Gemeinde.“VP-Wirtschaftsstadträtin Dagmar Förster

Neue Anbieter kommen täglich dazu, die Fahrschule Skarabela liefert Essen aus, das Wittauer Gasthaus Breinreich hat sich zur Riege der fahrenden Wirte gesellt. VP-Wirtschaftsstadträtin Dagmar Förster tourt durch die Stadt und berät Betriebe. Sie sieht die kleinen Lichtblicke: „Es gibt ein schönes Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Betriebe in der Gemeinde.“

Auch ihr Betrieb, ein Geschäft für Heilmittelbedarf, arbeitet im Corona-Modus, verkürzte Öffnungszeiten, Kurzarbeit. „Es ist unklug, bewährte Fachkräfte zu kündigen“, bekräftigt sie. Es schaffe mehr Gemeinsamkeit im Unternehmen. Ihr Mann, Transportunternehmer, sei am Limit, die Lebensmitteltransporte verlangen großen Einsatz, andere Fahrten seien eingebrochen. Die Mitarbeiter in Kurzarbeit verzichten darauf, etwa nach Osteuropa, heimzukehren.

Erfreulich sei auch, wenn ein Vermieter auf die Miete fürs Geschäftslokal verzichtet oder aus dem Chaos eine neue Geschäftsidee gefunden wird. Auch Judith Bohadti, sie führt einen Verein für 24-Stunden-Betreuerinnen, ist es gelungen, ihre Pflegekräfte in der Gemeinde zu halten.