Wurde die FPÖ gehackt?. Gänserndorfer Blaue sollen auf Twitter Sonderzahlungen an Polizisten „für jeden niedergeknüppelten Dreckslinken“ gefordert haben. Die dementieren: „Wurden gehackt.“

Erstellt am 28. Januar 2014 (23:59)
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Von Thomas Schindler

GÄNSERNDORF / Die Sozialistische Jugend (SJ) ortet einen Skandal der Sonderklasse und fordert Gänserndorfs FPÖ-Stadtrat Walter Krichbaumer zum Rücktritt auf. Grund: Die blaue Stadtpartei soll auf der Online-Plattform Twitter „hasserfüllte, rabiate Nachrichten“ gegen die Akademikerball-Demonstranten in Wien weitergeleitet haben. Krichbaumer dementiert das entschieden: „Das waren nicht wir, sondern Hacker.“
 

Konkret geht es um zwei Meldungen (Tweets), die von einem gewissen Gert Issalei – mit Sicherheit ein erfundener Name – verfasst wurden. Die erste lautete: „Das war mit Garantie eure letzte Demo. Dummes, dreckiges, linkes Scheißgesindel! Danke an die Polizei für jeden Schlag.“ Eine Stunde später folgte: „Die Exekutivbeamten sollten Bonus-Sonderzahlungen bekommen. Für jeden niedergeknüppelten Dreckslinken ein paar Euro!“ Diese beiden Meldungen wurden vom FPÖ-Gänserndorf-Account retweetet, also weitergeleitet.

FPÖ-Stadtrat Walter Krichbaumer wehrt sich gegen die Vorwürfe: „Wir haben diese Meldungen weder erstellt noch weitergeleitet.“

Boris Ginner, Landesvorsitzender der SJ Niederösterreich, zeigt sich mehr als empört: „Laut Twitter-Profil ,FPÖ StadtGänserndorf‘ ist Walter Krichbaumer, ausgerechnet Stadtrat für Soziales und Integration, als Verantwortlicher auszumachen. Das ist ein Skandal.“ Laut Ginner seien die Freiheitlichen im Bezirk Gänserndorf gut beraten, sich von „derartigen Personen zu trennen“.

Genauso sieht es auch Jacqueline Wehofer, SJ-Landesvorstandsmitglied aus Deutsch-Wagram. Sie und Ginner fordern den sofortigen Rücktritt Krichbaumers: „Dieser aggressive Aufruf zur Polizeigewalt gepaart mit faschistoiden, menschenverachtenden Beschimpfungen disqualifizieren ihn für jegliche weitere Funktion in Stadt und Partei.“

Krichbaumer weist die Vorwürfe im NÖN-Gespräch entschieden zurück: „Ich habe diese Meldungen weder verfasst, noch weitergeleitet – auch nicht ein anderes Mitglied der FPÖ Gänserndorf. Unser Twitter-Account wurde offenbar gehackt. Als wir davon erfuhren, habe ich ihn sofort stillgelegt und die Polizei verständigt.“

Der Freiheitliche weiter: „Ich distanziere mich von jeder radikalen Aussage, egal ob diese von links oder rechts kommt. Das ist nicht meine Gesinnung.“ Laut Krichbaumer sei es auch nicht das erste Mal gewesen, dass die FP Gänserndorf gehackt wurde.