Corona-Cluster im Pflegeheim. Für die Einrichtung wurde ein Betretungsverbot verordnet. Niedrige Zahlen in der Großgemeinde täuschen laut Bürgermeister über die Gefahr hinweg.

Von Christoph Szeker. Erstellt am 22. Oktober 2020 (04:44)
Derzeit nicht möglich: Aufgrund der positiven Covid19-Testergebnisse im PBZ Zistersdorf gilt ein Betretungsverbot für das Heim.
NÖN-Archiv

Von Tag zu Tag stiegen die Zahlen der positiv auf Covid-19 getesteten Bewohner und Mitarbeiter im Pflege- und Betreuungszentrum Zistersdorf (PBZ). Zuletzt lag die Zahl bei über 30.

Ihren Ausgang nahm die unglückliche Lage im Heim am Samstag, 10. Oktober, mit sogenannten Routine-Pooltestungen: Elf corona-positive Personen wurden damals gemeldet, darunter vier Mitarbeiter der Einrichtung. Dann ging es Schlag auf Schlag: Am Dienstag wurden schon 24 positive Testergebnisse genannt und am Freitag vergangener Woche bereits 32.

„Alle Betroffenen stammen aus einem gemeinsamen Wohnbereich“, kommentierte Bernhard Jany, Sprecher der Landesgesundheitsagentur, die Lage. Kontaktpersonen der Betroffenen habe man ermittelt und der Bezirksverwaltungsbehörde gemeldet. Auf die Zistersdorfer Bevölkerung bestehen laut Gesundheitsagentur keine oder nur geringe Auswirkungen, da für das Heim ein behördliches Besuchs- und Betretungsverbot besteht.

Kontaktbeschränkungen im Heim bewährten sich

Gänserndorfs Bezirkshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Merkatz gibt Auskunft über die Situation aus Sicht der Gesundheitsbehörde. So wurden im Heim Kontaktbeschränkungen verfügt. Betroffen war nämlich das erste Stockwerk, eine Durchmischung des Personals mit den Bewohnern wollte man somit verhindern. Die Maßnahme habe sich bewährt, da man mit ihr die Ansteckungswelle unterbrechen konnte.

Bürgermeister Helmut Doschek (ÖVP) ist in seiner Funktion nicht zuständig, bot aber der Heimleitung seine Hilfe an. Er rät den Zistersdorfern, sich an die Empfehlungen und Vorgaben der öffentlichen Stellen zu halten und sagte persönlich sämtliche Feiern ab. Die „Kontakte auf das Notwendige zu reduzieren“, sei das Gebot der Stunde. Die Bevölkerung dürfe sich aufgrund niedriger Zahlen in der Großgemeinde nicht in falscher Sicherheit wiegen. „Zistersdorf ist keine Insel der Seligen“, sagt Doschek.

Wie viele der Bewohner im PBZ schwer erkrankt sind, konnten Vertreter der Einrichtung nicht mitteilen. Allerdings versicherte Jany von der Landesgesundheitsagentur in seinen Ausführungen, dass die ärztliche Versorgung sichergestellt werde. Im Anbetracht des Umstandes, dass sich im Pflegeheim viele als Risikopatienten eingestufte Menschen befinden, scheint dies besonders wichtig.

Für die Heimverwaltung ist unterdessen die Personalorganisation eine der größten Herausforderungen, um den Betrieb im Pflege- und Betreuungszentrum aufrechtzuerhalten.