Doschek wird neuer Stadtchef. VP-Bürgermeister Wolfgang Peischl legt im November sein Amt nieder. Als Nachfolger wurde Finanzstadtrat Helmut Doschek nominiert. Im NÖN-Gespräch schildert er seine Pläne.

Von Christoph Szeker. Erstellt am 12. Oktober 2018 (04:01)
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VP-Finanzstadtrat Helmut Doschek wird demnächst im Gemeinderat zum neuen VP-Bürgermeister Zistersdorfs gewählt.
Gemeinde

Jetzt ist es fix: Ende November wird VP-Bürgermeister Wolfgang Peischl offiziell seinen Rücktritt geltend machen. Sein Nachfolger ist bereits nominiert: Helmut Doschek, der derzeitige Stadtrat für Finanzwesen, soll in der nächsten Gemeinderatssitzung zum neuen Stadtchef gewählt werden. Im NÖN-Gespräch umreißt er den Kurs, den er für und mit den Zistersdorfern einschlagen möchte. Besonders wichtig ist ihm die Schaffung von Bauland und Wohnmöglichkeiten.

Der angehende Bürgermeister hat jetzt ein gutes Jahr Vorbereitungszeit, um sich bis zur nächsten Gemeinderatswahl 2020 als Persönlichkeit zu etablieren. „Mir ist wichtig, dass sich die Leute schon vor der Wahl ein Bild von mir machen können.“

Bereits seit 15 Jahren in der Politik aktiv

Politisch tätig ist Doschek schon seit 15 Jahren, im ÖVP-Club ist er aber erst seit 2013. Bürgermeister möchte er werden, da er gerne mitgestaltet. Dank seiner Berufserfahrung ist er auf die Tätigkeit gut vorbereitet: „Als Polizist muss ich seit 25 Jahren für alle da sein und bin gewohnt, dass Leute mit Problemen zu mir kommen.“ Zudem musste er als Organ der Exekutive schon oft Einigungen herbeiführen, aber auch Entscheidungen treffen, die nicht immer „Wohlfühl-Entscheidungen“ waren.

Letzten November initiierte Doschek ein Auswahlverfahren: Zusammen mit den Ortsgruppen wurden Kandidaten für den Nachfolger des Bürgermeisters gesucht und beschlossen. Im April ging er als klarer Favorit aus dem Prozess hervor. Änderungen sind auch in seinem Team zu erwarten: „Ich möchte neue Gesichter an Bord holen.“

„Mir ist wichtig, dass sich die Leute schon vor der Wahl ein Bild von mir machen können.“ Helmut Doschek, künftiger VP-Bürgermeister Zistersdorfs

Als Bürgermeister wird Doschek dem Bereich Bauen und Wohnen Priorität zukommen lassen: „Ich möchte die bestehenden Möglichkeiten nutzen und den Kauf von ‚Bruchbuden‘ attraktivieren“, erklärt Doschek im Hinblick auf leer stehende Bauplätze im Ort. Eine Erweiterung nach außen sei auch gut, ist aber mit dem Bau von Straßennetzen, Kanalleitungen und dergleichen verbunden.

Besondere Aufmerksamkeit soll der Stadtkern erhalten. So verspricht der Finanzstadtrat Förderungen für Kleinstbetriebe (zwei bis drei Mitarbeiter). Die Eckpfeiler: Mietzuschüsse oder Direktförderungen, wenn sich Betriebsräumlichkeiten im Eigentum befinden. Außerhalb der Siedlung ist neben der Straßenmeisterei noch Platz für drei bis vier Mittelbetriebe.

Präsenz der Gemeinde soll verbessert werden

Weit oben auf der Prioritätenliste steht auch die Repräsentation nach außen: „Die Stadt wird einen soliden öffentlichen Auftritt erhalten und die Katastralgemeinden werden verstärkt eingebunden“, erläutert Doschek mit Bezug auf den Internetauftritt der Kommune. Außerdem sollen nichtpolitische Bürger Gelegenheit erhalten, sich stärker einzubringen. Doschek: „Die Bürger sehen vielleicht etwas, das ich nicht sehe.“

Die Bevölkerung ist ein wichtiges Stichwort, denn Zistersdorfs Einwohnerzahl ging über die vergangenen Jahre leicht, aber stetig zurück. Die Autobahnnähe und neues Bauland sollen diesen Trend jetzt umkehren. Außerdem initiierte Doschek Junges Wohnen: Im Hacheweg sind dafür 2.200 m vorgesehen. „Ich denke, dass der Aufschwung in der übernächsten Statistik sichtbar wird.“