Erneut Greifvögel vergiftet?. Donnerstagabend wurden drei tote Greifvögel aufgefunden, die vermutlich vergiftet wurden.

Von Sandra Frank. Erstellt am 04. August 2017 (10:49)
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Symbolbild

Im Gemeindegebiet von Zistersdorf, im Albrechtstal, wurde Donnerstagabend ein toter Rotmilan gefunden und sichergestellt. Laut Polizei konnten am Auffindungsort keine Spuren des Nervengifts Carbonduran festgestellt werden. Erst vor wenigen Wochen wurden in Groß Inzersdorf Giftköder – zwei präparierte Eier, die mit Carbonduran gefüllt waren – entdeckt (die NÖN berichtete).

Auch wenn es an der Fundstelle des Greifvogels keine Spuren des Nervengifts gab, wird angenommen, dass er vergiftet wurde: Der Kopf des Vogels war zurückgekrümmt, ebenso wie seine Fänge. Der tote Greifvogel wurde zur Untersuchung an das Forschungsinstitut für Wildtierkunde an die veterinärmedizinische Uni Wien übergeben. Der Jagdleiter wurde über den Vorfall informiert.

Da der Rotmilan mit einem Sender versehen war, konnte sein Weg zurückverfolgt werden. Die Auswertung der GPS-Daten ergab, dass der Greifvogel in der näheren Umgebung seines Auffindungsortes zuletzt gefressen hatte.

Außerdem wurden später im Gemeindegebiet von Groß Inzersdorf die Überreste von zwei weiteren toten Greifvögeln - ein einjähriger Mäusebussard sowie ein einjähriger Adlerbussard – auf einem bereits gehäckselten Getreidefeld gefunden. Deren Überreste, die Federn, waren für eine Giftuntersuchung nicht ausreichend, wurden aber dennoch vom Landesjagdverband NÖ übernommen. Das tödliche Nervengift konnte aber auch auf dem Feld nicht gefunden werden.

Die Untersuchungsergebnisse stehen noch aus, die Polizei Zistersdorf führt derzeit Erhebungen wegen Verdachts auf vorsätzliche Schädigung des Tier- und Pflanzenbestandes durch.