Friedensgasse: Streit um Weg hält an. Anrainer bestehen weiter auf Wegerecht, Stadtchef Doschek kann das nicht nachvollziehen. Für Unmut sorgte außerdem die Verlegung der Gemeinderatssitzung.

Von Christoph Szeker. Erstellt am 10. Juli 2020 (04:47)
Hier soll ein Wohnhaus entstehen. Um den Weg zum Müllplatz (links im Bild) wird allerdings ein Rechtsstreit ausgetragen.
Szeker

Ein unscheinbarer Weg sorgt in der Stadt für Ärger. Er verbindet ein Wohnhaus in der Friedensgasse mit einem Müllplatz, der keine 50 Meter entfernt liegt. Von den Hausbewohnern wird der Weg benutzt, um ihren Unrat zu entsorgen, doch er kann nicht bleiben: Das Grundstück, über das er führt, will die Gemeinde an die Wohnbaufirma „Schönere Zukunft“ verkaufen. Diese will dort ein neues Wohnhaus errichten.

Bürgermeister Helmut Doschek (ÖVP) ist das Projekt wichtig, um den stagnierenden Einwohnerzahlen in der Großgemeinde einen steigenden Trend einzuhauchen. Zahlreiche Bewohner des angrenzenden Wohnhauses haben sich allerdings rund um Heribert Artner und Künstler Ronald Heberling formiert, um das Projekt zu stoppen.

Das Vorhaben war schon bei der Projektpräsentation im Juni 2019 von einem Streit überschattet: Die Anrainer wendeten ein, dass schützenswerte Waldohreulen in den Bäumen auf dem Baugrund gesichtet worden seien. Anfang des Jahres fielen die Bäume auf Anordnung des Stadtchefs, als keine Eulen mehr darin waren. Heberling und Artner setzten sich weiterhin für eine Erhaltung des Grünraumes im Stadtzentrum und für eine Neupflanzung der Bäume ein.

Um das Wohnbauprojekt zu verhindern, reklamieren sie zudem das Wegerecht auf besagtem Weg. Bürgermeister Doschek sieht dieses jedoch als nicht gegeben: Der Weg sei vielmehr für die Allgemeinheit geschaffen, sei immer ein öffentlich gewesen und werde jetzt von einer Gruppe für sich beansprucht. Der Stadtchef will noch einmal ein klärendes Gespräch mit den Anwohnern suchen, ehe es vor Gericht geht. „Den Konflikt hat die Anwohnergemeinschaft ins Leben gerufen“, stellt Doschek klar.

Für Unmut sorgte bei Heberling vergangene Woche auch die Verlegung der Gemeinderatsitzung, denn in der Tagung wurde auch die Friedensgasse behandelt. Doch die Sitzung fand nicht – wie angekündigt – in der Kellerbühne statt: Dort stand der Künstler vor verschlossenen Türen. Hintergrund: Die Vereine nahmen beim K9 Vorbereitungen für die Sommer-Eventreihe vor, daher verlegte Doschek die Sitzung in die Kellerbühne. Einige Mandatare hätten ihn allerdings dazu angehalten, die Sitzung aufgrund der besseren Bedingungen dennoch im K9 durchzuführen.