Giftköder-Attacken gegen Wildtiere: Jagd auf Kriminelle. Nach anhaltenden Wildtier-Morden im Raum Zistersdorf blasen BirdLife und NÖ Umweltanwaltschaft zur Jagd auf Kriminelle.

Erstellt am 24. August 2017 (04:55)
BirdLife
Vergifteter Rotmilan: Trotz Anzeigen und Polizei-Ermittlungen geht das Vogelmorden offenbar weiter.

Die Serie illegaler Greifvogel-Verfolgungen reißt nicht ab: Vergangene Woche wurden erneut ein offensichtlich vergifteter Rotmilan sowie ein toter Adler- und ein toter Mäusebussard entdeckt. Der Fundort liegt im Raum Zistersdorf – jener Region, in der 2016 der größte jemals in Österreich dokumentierte Vergiftungsfall mit über 30 toten Tieren auftrat (die NÖN berichtete).

„Die Region Zistersdorf stellt eine Art Bermuda-Dreieck für Greifvögel dar. In den vergangenen Jahren sind genau dort immer wieder besenderte Tiere wie Kaiseradler und Rotmilane verschwunden oder tot aufgefunden worden“, so Matthias Schmidt von BirdLife Österreich, der ergänzt: „Die illegale Greifvogel-Verfolgung scheint dort traurige Tradition zu haben.“

Dvorak
Rotmilane sind in freier Wildbahn selten geworden.

In keiner anderen Region Österreichs seien bislang mehr vergiftete Greifvögel und Giftköder gefunden worden. Die meisten Meldungen gingen dabei von aufmerksamen Passanten und engagierten Naturbeobachtern ein.

Schmidt kritisiert: „Keiner der Täter wurde bisher ausfindig gemacht. Die lokalen Jagdaufsichtsorgane geben sich zumeist unwissend, die Kooperationsbereitschaft ist oft gering.“ Thomas Hansmann, Leiter der NÖ Umweltanwaltschaft, ergänzt: „Bei den unbekannten Tätern handelt es sich um Kriminelle, denen das Handwerk gelegt werden muss. Wir werden weiterhin auf Aufklärung setzen, das allein ist aber zu wenig. Es müssen effektivere Wege beschritten werden, um einen rechtskonformen Zustand herzustellen.“