Loch sorgte für Gefahr: Sanierung aus Haftungsgründen. Aus Haftungsgründen wurde in umstrittener Friedensgasse 3 in Zistersdorf (Bezirk Gänserndorf), wo Anrainer gegen geplante Anlage Sturm laufen, saniert. Laut „Schönerer Zukunft“ technisch einwandfrei.

Von Christoph Szeker. Erstellt am 07. Februar 2020 (05:06)
Eine der Stellen auf den Gehwegen, die saniert wurde. Foto: Schönere Zukunft
Schönere Zukunft

Die Sanierungsarbeiten an Gehwegen zum Wohnhaus in der Friedensgasse 3 waren ein Funke in brennbarem Umfeld: Die Anrainer rund um Künstler Ronald Heberling und Heribert Artner kämpfen seit Längerem gegen eine geplante Wohnhausanlage der „Schöneren Zukunft“ am Nachbargrundstück. Als schließlich die Gehwege – laut Anrainern unangekündigt – erneuert wurden, platzte den Wohnungs-Gegnern der Kragen: Sie beklagten „Pfusch am Bau“ und fühlen sich übergangen.

Die Wohnbaufirma „Schönere Zukunft“ ist als Auftraggeber der Arbeiten verständlicherweise nicht einverstanden mit dieser Darstellung. Geschäftsführer Raimund Haidl stellt klar, dass die Firma BDS (Baudienstleistungen Schmid aus Wien) „technisch einwandfrei“ gehandelt habe. „Der einzige Vorwurf, den sich Babic gefallen lassen musste, war, dass sie die Gemeinde nicht um Zustimmung gebeten hat, obwohl sich der Weg auf Gemeindegrund befindet“, erklärt der Geschäftsführer.

„Frau Babic hat die Verwaltung des Wohnhauses neu übernommen und war besorgt, dass jemand stürzen könnte.“Raimund Haidl, Geschäftsführer

Babic hat die Verwaltung des Wohnhauses neu übernommen und „war besorgt, dass jemand stürzen könnte und hat deshalb rasch gehandelt“, sagt Haidl. Grund für die Arbeiten war ihm zufolge der Umstand, dass aufgrund einer Stolperstelle Gefahr im Verzug bestand.

Den Vorwurf, dass ohne Baustahl betoniert wurde, bestätigt dieses Bild nicht. Foto: Schönere Zukunft
Schönere Zukunft

Warum wurden die Wege nur stellenweise erneuert? „Eine vollständige Sanierung des Weges ist derzeit nicht erforderlich, kann jedoch gerne jederzeit erfolgen, wenn die Wohnungseigentümerschaft die Kosten dafür übernimmt“, heißt es. Die Kosten für die Arbeiten übernimmt die „Schönere Zukunft“.

Was die Wegerechte in dem Areal betrifft, informiert Haidl: „Der Zugangsweg zum Wohnhaus aus Richtung Friedensgasse ist überhaupt nicht strittig. Die Gemeinde hat uns informiert, dass hier ein Zugang für die WEG (Wohnungeigentümergemeinschaft) besteht, was von vornherein außer Streit gestellt wurde.“

In einem offenen Brief hatten die Anrainer zuvor nämlich gefordert, dass ihren ersessenen Rechten Rechnung getragen wird. Welche Wege betroffen seien, stellten sie in dem Schreiben nicht klar. Die Anrainer sprechen allerdings auch von einer Zusicherung eines ehemaligen Stadtamtsdirektors, dass das betroffene Grundstück Grünfläche bleiben solle.

Die Pläne der „Schöneren Zukunft“ sehen dort eine geförderte Wohnhausanlage vor. Ein Teil des Grünraumes soll erhalten bleiben und neue Bäume sollen gepflanzt werden. Haidl macht außerdem darauf aufmerksam, dass auch für den Bau des bestehenden Wohnhauses Grünraum verloren ging.