Mäuse fressen nun die Marillenbäume. Erzeugergemeinschaft fordert rasche Maßnahmen, um der Plage endlich Herr zu werden.

Von Nina Wieneritsch. Erstellt am 07. August 2019 (05:00)
EZG
„Auch Marillenbäume werden von den Mäusen mittlerweile angefressen.“ Die Erzeugergemeinschaft fordert rasche Maßnahmen.

Angesichts der Mäuse-Epidemie auf den Äckern des Bezirks (die NÖN berichtete) meldet sich nun auch die Erzeugergemeinschaft (EZG) Zistersdorf – ein Zusammenschluss von 300 bäuerlichen Betrieben – mit einem offenen Brief zu Wort.

Mindestens 100 Betriebe und eine Fläche von rund 2.800 Hektar seien vom Mäusefraß betroffen. Die Ernteschäden würden zwischen 10 und 100 Prozent liegen. Das Ausmaß hänge vom Standort ab.

„Für manche Betriebe existenzgefährdend“

„Nach dem Getreide wühlen sich die Mäuse jetzt durch Mais, Kürbis, Rübe, Sonnenblume – und selbst Marillenbäume werden nicht mehr verschont“, so Gottfried und Franz Bauer von der EZG in ihrem Schreiben. Für manche Betriebe seien die Schäden existenzgefährdend.

Die beiden Landwirte fordern Lösungen – „nicht erst morgen, sondern schon für heute“. Vor allem das Begrünungs-Management müsse standörtlich abgeändert werden. Soll heißen: Begrünungen sollen umgerissen und Herbstbegrünungen standortbezogen erst später angebaut werden dürfen – ohne Anspruchsverluste. „Nur so ist der Mäuse-Epidemie vor Ort und langfristig beizukommen. Dabei geht es, wie gesagt, immer nur um standörtliche, situative Maßnahmen“, so Gottfried und Franz Bauer, die dringend die Prüfung sämtlicher Möglichkeiten fordern – zumal Mäusefraß auch nicht versicherbar sei.

Die NÖ Landwirtschaftskammer, die sich jüngst im Osten des Bezirks gemeinsam mit der Gänserndorfer Bezirksbauernkammer ein Bild von der Situation machte, stehe diesbezüglich in Gesprächen mit der Österreichischen Hagelversicherung – man forciere gerade die Konzepterstellung für eine entsprechende Versicherung.

Betroffenen Landwirten empfiehlt die Kammer indes einen „Maßnahmen-Mix“: Strohnester vermeiden, Stoppeln kurz halten, Boden bearbeiten und eine Begrünungsvariante mit Herbstackerung. Auch eine Bekämpfung mit zugelassenen Rodentiziden (chemische Mittel zur Bekämpfung von Nagetieren) biete sich in manchen Fällen an.

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